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Irland muss Banken mit neuen Milliardenspritzen helfen

Die Schuldenkrise Irlands ist offenbar noch schlimmer als gedacht: Das hat die irische Regierung am Donnerstag den EU-Finanzministern gestanden.

Gipfeltreffen der EU: Der belgische Finanzminister Didier Reynders (links) leitet am Donnerstag das Treffen in Brüssel.
Gipfeltreffen der EU: Der belgische Finanzminister Didier Reynders (links) leitet am Donnerstag das Treffen in Brüssel.

Irland gerät durch die Milliardenhilfen zur Rettung seiner Banken immer tiefer in die Krise. Die irische Zentralbank teilte am Donnerstag mit, der Betrag zur Rettung der taumelnden Anglo Irish Bank steige auf fast 30 Milliarden Euro.

Das irische Staatsdefizit verdreifacht sich damit auf den europaweiten Rekordwert von mehr als 30 Prozent der Wirtschaftsleistung. Der irische Finanzminister Brian Lenihan sah sich angesichts der neuen Milliardenspritze für die Banken gezwungen, die Defizitprognose seines Landes drastisch nach oben zu korrigieren. Die Neuverschuldung des Landes liegt nun in diesem Jahr bei 32 Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP). Bisher rechnete Dublin mit 11,6 Prozent. Dennoch will die irische Regierung das Defizit bis zum Jahr 2014 wieder auf die von der EU vorgeschriebenen drei Prozent senken.

Euro-Partner erwarten keine Hilfeleistung

Der Vorsitzende der Euro-Finanzminister, Jean-Claude Juncker, schloss Hilfen der Euro-Länder jedoch vorerst aus. Trotz der irischen Notlage gab sich Juncker am Rande eines Treffens der 16 Euro-Finanzminister in Brüssel optimistisch: «Wir gehen davon aus, dass die irische Regierung das Problem lösen wird, ohne das Rettungspaket in Anspruch zu nehmen.»

Die Euro-Länder hatten im Frühjahr zusammen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) einen Rettungsschirm von bis zu 750 Milliarden Euro aufgespannt.

Nach Angaben der irischen Zentralbank belaufen sich die Hilfen für die angeschlagene Anglo Irish Bank voraussichtlich auf 29,3 Milliarden Euro, im schlimmsten Fall sogar auf bis zu 34,3 Milliarden Euro. Bisher waren 25 Milliarden Euro geplant, von denen 23 Milliarden bereits geflossen sind. Die Anglo Irish Bank war in der Finanzkrise in Schieflage geraten und 2009 verstaatlicht worden.

Neues Geld aufnehmen

Auch eine zweite Bank des Landes braucht mehr Geld als zunächst gedacht. Die Allied Irish Bank müsse bis Ende des Jahres nicht 7,4 Milliarden Euro, sondern 10,4 Milliarden Euro am Kapitalmarkt aufnehmen, teilte die Zentralbank mit. Der Staat hat dafür bereits Unterstützung zugesagt.

Die Immobilienfirma Irish Nationwide Building Society benötigt ebenfalls weitere Milliardensummen. Die Regierung werde ihre Hilfe auf 5,4 Milliarden Euro aufstocken, von derzeit 2,7 Milliarden, sagte Finanzminister Lenihan.

SDA/oku

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