Zum Hauptinhalt springen

Jetzt ist beim Öl von «Preiskrieg» die Rede

Bislang drückte der Markt den Ölpreis, jetzt senkt Saudiarabien den Preis für die USA. Kenner sprechen von einer gezielten Attacke auf die US-Ölproduktion.

Die Konkurrenz der US-Ölindustrie macht ihnen zu schaffen: Männer aus Saudiarabien diskutieren an einem Treffen der Opec.
Die Konkurrenz der US-Ölindustrie macht ihnen zu schaffen: Männer aus Saudiarabien diskutieren an einem Treffen der Opec.
Keystone

Die von Saudiarabien angekündigte Preissenkung für Ölkunden in den USA hat die Ölpreise auf den tiefsten Stand seit vier Jahren rutschen lassen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent - die internationale Referenz - kostete am Dienstagvormittag nach einem Sturz um 2,5 Prozent noch 82,63 Dollar und damit so wenig, wie seit Oktober 2010 nicht mehr.

Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Rohöl-Referenzsorte sank um 2,6 Prozent auf 76,79 Dollar. Das entsprach dem niedrigsten Preisniveau seit September 2010.

Die Ölpreise sind in diesem Jahr schon mehrfach unter Druck geraten. Dazu trugen unter anderem die Zweifel an der weltweiten wirtschaftlichen Erholung bei sowie ein Überangebot an Energie, nicht zuletzt durch das in den USA gewonnene Schiefergas.

Sorgen um den US-Ölboom

Der jüngste Preisrutsch ist jedoch besonders: Hat ihn Saudiarabien doch gezielt herbeigeführt. Es hatte am Montag überraschend den Preis für Erdölexporte in die USA gesenkt. Beobachter verstehen diesen Schritt als gezielte Attacke auf die US-Schieferölproduktion. Diese ist deutlich teurer als die Erdölförderung auf der arabischen Halbinsel.

Das «Wall Street Journal» zitierte Anthony Lerner, leitender Rohstoffexperte beim Broker R.J. O'Brien&Associates: «Es wird einen Preiskrieg in den USA geben», so Lerner. Der Markt reagiere sehr negativ auf den Vorstoss Saudiarabiens. Er schüre Sorgen über die Widerstandsfähigkeit der US-Ölindustrie. Diese ist in den letzten Jahren dank dem Einsatz neuer Technologien stark gewachsen, musste aber seither noch nie mit einem längeranhaltenden Preisrückgang fertig werden.

(SDA)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch