Jetzt verkaufen sich sogar Luxuswohnungen

Eigentumswohnungen erleben einen neuen Boom. Selbst teure Objekte verkaufen sich schneller. Besonders gefragt ist aber eine andere Kategorie.

Teuer verkauft sich gut: Eine Eigentumswohnung im Mobimo Tower in Zürich.

Teuer verkauft sich gut: Eine Eigentumswohnung im Mobimo Tower in Zürich. Bild: Keystone

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In den letzten Jahren sind Eigentumswohnungen in der Schweiz immer mehr zu Ladenhütern geworden. Die Insertionszeit auf Onlineplattformen – also die Dauer, bis eine ausgeschriebene Wohnung einen Käufer findet – stieg zwischen 2014 und 2017 von 77 auf 103 Tage. Nun kommt die Trendwende, wie eine neue Studie des Immobilienportals Homegate (das wie diese Zeitung zum Verlagshaus Tamedia gehört) und des Swiss Real Estate Institute (Swissrei) der Hochschule für Wirtschaft Zürich zeigt.

Schweizweit ist die Zahl der Inserate für Eigentumswohnungen 2017/18 zwar von 67’600 auf knapp 70’000 gestiegen. Gleichzeitig sank aber die Insertionsdauer, und zwar deutlich von 103 auf 70 Tage. Das weise auf einen Nachfrageschub hin, sagt Peter Ilg vom Swissrei. Grund dafür seien die guten Wirtschaftsdaten. «Die aktuell gute Konjunktur und die weiterhin tiefen Hypothekarzinsen beflügeln den Kauf von Wohneigentum.»

Mehr Inserate, aber kürzere Insertionsdauer: Wohnungen finden wieder schneller einen Käufer. (Klicken zum Vergrössern; Grafiken: Homegate)

Klein und günstig ist besonders gefragt

Der Boom zeigt sich in allen untersuchten Regionen. In Zürich dauert es im Schnitt noch 59 Tage, eine Wohnung zu verkaufen (Vorjahr: 74). Rund um Bern sank die Dauer von 90 auf 61 Tage, in der Nordwestschweiz von 96 auf 73 Tage.

Interessant ist die Aufschlüsselung nach Preisen. Kleine und günstige Eigentumswohnungen sind laut der Studie zwar am gefragtesten und finden am schnellsten einen Käufer. Aber auch bei den Luxuswohnungen – also denen, die mehr als 3 Millionen Franken kosten – hat die Nachfrage wieder angezogen.

In Zürich zum Beispiel ist die Insertionsdauer bei diesen Wohnungen von 118 auf 64 Tage gesunken. In Lugano sind zwar mehr Luxuswohnungen ausgeschrieben, aber sie müssen weniger lang auf einen Käufer warten. Dasselbe gilt für Lausanne, Basel und Luzern. Grosse Ausnahme ist Genf: Hier sind Luxuswohnungen einige Tage länger ausgeschrieben als noch im Vorjahr, genauso wie ganz günstige Wohnungen (<300’000 Franken). In Bern gibt es zu wenige solche Objekte, um eine klare Aussage zu machen.

In Zürich sind Luxuswohnungen deutlich weniger lang ausgeschrieben.

In Bern gibt es wenige sehr teure Objekte.

In den letzten zwei bis drei Jahren sei die Nachfrage nach Luxuswohnungen eher zurückgegangen, sagt Ilg. Die Trendwende dieses Jahr sei wohl darauf zurückzuführen, dass die Käufer wieder mehr Vertrauen in den Markt hätten. Die Angst vor einer Immobilienblase, die in den letzten Jahren in der Schweiz umging, habe sich als unbegründet erwiesen. Der Swiss Real Estate Bubble Index der UBS zum Beispiel stieg seit 2015 immer weiter an, was heisst, dass die Risiken auf dem Häusermarkt zunahmen. Letztes Jahr kam dann die Trendwende, der Index nimmt seither ab.

Wenig Freude an der Studie dürfte die Schweizerische Nationalbank haben. Sie warnt im aktuellen Bericht zur Finanzstabilität davor, dass die Ungleichgewichte beim selbst genutzten Wohneigentum – also auch bei den Eigentumswohnungen – zugenommen hätten. Konkret: Die Preise für Eigentumswohnungen nehmen stärker zu als die Mieten, das Bruttoinlandprodukt oder das Bevölkerungswachstum. (Redaktion Tamedia)

Erstellt: 26.09.2018, 12:56 Uhr

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