Wo die Jungen arbeitslos sind

Für 15- bis 24-Jährige in der Schweiz ist das Risiko gestiegen, arbeitslos zu werden. Doch wie sind die jüngsten Zahlen im europäischen Vergleich einzuordnen? Klicken Sie sich durch die Grafik.

Mit dem Schieber können Sie die Entwicklung auf der Zeitachse verfolgen. Interessant zu beobachten sind die Auswirkungen der Finanzkrise 2008. TA-Grafik / Datenquelle: Eurostat.


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Die Jugendarbeitslosigkeit in der Schweiz steigt kontinuierlich an. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF), die untersuchte, für wen sich das Risiko erhöht hat, arbeitslos zu werden. Dies trifft unter anderem auf jüngere Schweizer zu. Das Arbeitslosigkeitsrisiko für 15- bis 24-Jährige hat sich im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte merklich erhöht. So waren in den Jahren 1991 bis 1993 noch durchschnittlich 4,7 Prozent der Jugendlichen erwerbslos, heute sind es 7,5 Prozent. In der Grafik können Sie verfolgen, wie sich die Arbeitslosenquote bei Jugendlichen in der Schweiz seit 2006 entwickelt hat.

Gefährdetste Altersgruppe

Der schleichende Anstieg der Erwerbslosenquote ist ein Grund für die KOF, Jugendliche als Risikogruppe einzustufen. Eine Rolle spielt aber auch, dass die Quote deutlich über denjenigen anderer Altersgruppen liegt. Während momentan 7,5 Prozent der 15- bis 24-Jährigen keine Arbeit haben, sind es bei den 25- bis 39-Jährigen 4,9 Prozent. In der Alterskategorie der 40- bis 54-Jährigen sind nur noch 3,4 Prozent arbeitslos. Gesamtschweizerisch liegt die Erwerbslosenquote bei 4,4 Prozent. Hinzu kommt, dass auch das Langzeitarbeitslosigkeitsrisiko von Jugendlichen steigt – und zwar stärker als dasjenige in den anderen Altersgruppen. Immer mehr 15- bis 24-Jährige bleiben also über ein Jahr oder länger ohne Job.

Laut der KOF-Studie sind insbesondere junge Frauen und Jugendliche, die in marktnahen Dienstleistungsbranchen beschäftigt sind, von der negativen Entwicklung in den letzten zwei Jahrzehnten betroffen. Eine mögliche Ursache sehen die Autoren der Studie in der erhöhten Nachfrage nach Qualifikationen und Fähigkeiten seitens der Arbeitgeber. Dies könnte sich auch in einer höheren Jugendarbeitslosigkeit niederschlagen, da Jugendliche noch keine Berufserfahrung hätten. Die KOF kommt zum Schluss, dass sich die Arbeitsmarktsituation von Jugendlichen zunehmend verschlechtert und warnt vor langfristigen Auswirkungen.

Problem hat sich verstärkt

Im europäischen Vergleich schneidet die Schweiz punkto Jugendarbeitslosigkeit allerdings sehr gut ab. Nur Deutschland hat mit 7,1 Prozent momentan eine tiefere Quote. Innerhalb der EU ist die Erwerbslosigkeit von Jugendlichen mit durchschnittlich 20,6 Prozent fast dreimal so hoch wie in der Schweiz.

Schaut man sich die Entwicklung in Europa an, fällt auf, dass sich das Problem der Jugendarbeitslosigkeit in den letzten gut zwanzig Jahren insgesamt verstärkt hat. Spanien beispielsweise wies 1992 mit 32,2 Prozent die höchste Quote in Europa auf. Heute ist fast jeder zweite 15- bis 24-Jährige im Land arbeitslos. Besonders dramatisch präsentiert sich die Lage auch in Griechenland. Seit der Wirtschaftskrise 2008 hat sich hier die Zahl erwerbsloser Jugendlicher mehr als verdoppelt – auf knapp 50 Prozent. Nach der Jahrtausendwende hatten vor allem osteuropäische Länder mit dem Problem zu kämpfen. In den letzten Jahren hat es sich aber wieder Richtung Südeuropa verlagert. Die Italiener schneiden Stand heute mit 41,5 Prozent nur unwesentlich besser ab als die Spanier und die Griechen.

(Erstellt: 22.07.2015, 13:45 Uhr)

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