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Lagarde warnt vor den globalen Folgen der Eurokrise

Laut der IWF-Chefin droht die Eurokrise auf alle Volkswirtschaften der Welt überzuschwappen. Die EU-Finanzminister beraten derweil noch heute über ihren Beitrag an den Internationalen Währungsfonds.

Sorge um die Weltwirtschaft: IWF-Chefin Christine Lagarde.
Sorge um die Weltwirtschaft: IWF-Chefin Christine Lagarde.
Keystone

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat vor den Folgen der europäischen Schuldenkrise für die Weltwirtschaft gewarnt. Die Krise sei angesichts ihrer Schwere und der Schwierigkeiten, sie in den Griff zu bekommen, von Bedeutung für alle Länder, sagte IWF-Chefin Christine Lagarde am Montag bei einem Besuch in Nigeria.

Es drohe eine «sich allmählich ausbreitende Wirkung auf alle Volkswirtschaften der Welt», erklärte Lagarde. Lagarde traf auf ihrer ersten Afrikareise als IWF-Chefin in der Hauptstadt Abuja des westafrikanischen Nigeria am Montag unter anderem Staatschef Goodluck Jonathan. Am Dienstag besucht sie Lagos, das Wirtschaftszentrum des Landes, um an einem Afrikaforum teilzunehmen. Im Anschluss reist sie in das Nachbarland Niger weiter.

EU-Finanzminister beraten über IWF-Darlehen

Vor einer Telefonkonferenz der europäischen Finanzminister hat die EU-Kommission am Montag bestätigt, dass dabei die Frage bilateraler Darlehen der EU-Länder an den Internationalen Währungsfonds (IWF) erörtert werden soll. Noch sei unklar, welche Länder sich mit welchen Summen an dem angestrebten Betrag von bis zu 200 Milliarden Euro beteiligen wollten, sagte ein Kommissionssprecher in Brüssel. Auf Einladung von Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker nehmen neben den Ministern der 17 Euroländer auch die Ressortchefs der übrigen EU-Länder an der Aussprache teil.

Die Euroländer und andere Mitgliedstaaten hatten sich beim EU-Gipfel in der Nacht auf den 9. Dezember zum Ziel gesetzt, zusätzliche Mittel «von bis zu 200 Milliarden Euro» für den IWF in Form von bilateralen Krediten bereitzustellen. Dadurch solle sichergestellt werden, dass der «IWF über ausreichende Mittel zur Bewältigung der Krise verfügt». Die Europäer hatten beim Gipfel erklärt, sich binnen zehn Tagen zu der Höhe ihrer Beteiligung zu äussern. Der Kommissionssprecher sagte nun, dabei handle es sich um eine «politische Frist, nicht um eine rechtliche Frist».

Grossbritannien sperrt sich

Während einige Nichteuroländer ihre prinzipielle Bereitschaft erklärt hatten, an der Rekapitalisierung des IWF mitzuwirken, äusserten sich andere bislang nicht dazu. Grossbritannien kündigte bereits an, sich nicht an der Massnahme zu beteiligen. Die Telefonkonferenz soll gegen 16 Uhr beginnen und nach den Worten des Kommissionssprechers «am späten Nachmittag oder frühen Abend» enden. Demnach ist unklar, ob die Ergebnisse der Diskussion im Anschluss mitgeteilt werden.

Zweites Thema sind den Angaben zufolge die ebenfalls auf dem vergangenen Gipfel vereinbarten Änderungen des Vertrags für den künftigen dauerhaften Euro-Rettungsfonds ESM. Der ESM soll dem Gipfelbeschluss zufolge bereits Mitte 2012 einsatzfähig sein, anstatt wie bisher geplant im Jahr 2013. Entscheidungen über Finanzhilfen sollen zudem künftig nicht mehr einstimmig, sondern mit einer Mehrheit von 85 Prozent gemessen an dem Beitragsschlüssel getroffen werden. Dadurch soll vermieden werden, dass kleine Länder wichtige Entscheidungen verhindern.

SDA/jak

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