Markt in Asien leidet unter Chinas Wirtschaftspolitik

Chinas Importe und Exporte sind rückläufig, das drückt in Asien auf die Börsenentwicklung. Das Wirtschaftswachstum in China hat die 7-Prozent-Marke unterschritten.

Die Importe und Exporte von China sind weiter rückläufig: Frachthafen in der chinesischen Stadt Rizhao.

Die Importe und Exporte von China sind weiter rückläufig: Frachthafen in der chinesischen Stadt Rizhao. Bild: AFP

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Enttäuschende Handelszahlen aus China und der Rückgang des Ölpreises haben am Dienstag die Aktienmärkte in Fernost nach unten gezogen. Die Ausfuhren des Exportweltmeisters sanken im November mit 6,8 Prozent deutlich stärker als von Analysten erwartet.

Es war bereits der fünfte Monat in Folge mit einem Rückgang. Dies habe Investoren weiter verunsichert, sagten Händler. In Tokio verlor der Nikkei rund ein Prozent auf 19'492 Punkte. Auch unerwartet gute Konjunkturdaten konnten die Marktstimmung nicht heben. Die Wirtschaft Japans war nach revidierten Daten im dritten Quartal um ein Prozent gewachsen.

Rückgang bei Chinas Import und Export

In Shanghai beendete die Börse den Handel mit einem Minus von 1,9 Prozent. Auch in Hongkong ging es 1,8 Prozent nach unten. «Mehrere schlechte Nachrichten haben den Pessimismus am Markt verstärkt», sage Alex Kwok von China Investment Securities. Der MSCI-Index für die asiatischen Aktienmärkte mit Ausnahme Japans notierte 1,4 Prozent niedriger.

Chinas Ein- und Ausfuhren sind im November erneut zurückgegangen. Die Ausfuhren des grössten Exporteurs der Welt gingen im Jahresvergleich um 3,7 Prozent auf 1,25 Billionen Yuan (195 Milliarden Dollar; 180 Milliarden Euro) zurück, wie die Zollbehörde am Dienstag mitteilte. Die Importe des rohstoffhungrigen Landes sanken sogar um 5,6 Prozent auf 910 Milliarden Yuan. Die Rückgänge waren aber nicht mehr so stark wie noch im Oktober und auch weniger steil als von Analysten erwartet. Die Importe Chinas sind damit seit Januar jeden Monat im Jahresvergleich zurückgegangen. Ausnahme war allein der Februar, der Monat, in dem die Chinesen das Neujahrsfest feiern.

Mögliche Zinswende und Ölpreis drücken auf Kurse

Chinas Staatsführung versucht, ein nachhaltigeres Wirtschaftsmodell zu schaffen – und nimmt dafür auch geringeres Wachstum in Kauf. Ziel ist es, die Binnennachfrage zu stärken. Das Wirtschaftswachstum des Landes war im dritten Quartal erstmals seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 unter die Sieben-Prozent-Marke gefallen. Von Juli bis September legte das BIP nur um 6,9 Prozent zu.

Viele Anleger hielten sich auch wegen der erwarteten Zinswende in den USA in der kommenden Woche zurück. Der Verfall des Ölpreises hatte zuvor bereits die US-Börsen belastet. Die Aussicht auf eine anhaltende Rohölschwemme drückte den Preis für Nordseeöl der Sorte Brent auf 40,75 Dollar je Barrel. So billig war Öl zuletzt im Jahr 2009. Hintergrund war die Entscheidung der Opec am Freitag, ihre Förderpolitk beizubehalten. (ofi/sda)

Erstellt: 08.12.2015, 09:35 Uhr

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