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«Marx wollte absolute Wahrheit – ich nicht»

Der französische Ökonom Thomas Piketty hat wie kein anderer die Ungleichheit auf der Welt untersucht. Warum er für den Mindestlohn ist – und warum das allein nicht reicht.

Von Markus Diem Meier und Rita Flubacher
«Vererbte Vermögen spielen immer mehr die Hauptrolle», sagt Thomas Piketty. Foto: Frederic Stucin (Pasco)
«Vererbte Vermögen spielen immer mehr die Hauptrolle», sagt Thomas Piketty. Foto: Frederic Stucin (Pasco)

In den deutschen Medien hat man Sie bereits als den besseren Karl Marx bezeichnet. Tatsächlich weckt Ihr Buch «Capital» nicht nur ­wegen des Titels Erinnerungen an dessen Werk von 1867.

Marx ging es um die gleichen Fragen. Dennoch sind die Umstände heute ganz anders als damals. Mein Ziel war es, die Entwicklung von Kapital und Einkommen seit der industriellen Revolution in einer historischen Perspektive zu untersuchen und was das für die Zukunft bedeuten könnte. Das Buch von Marx ­besteht dagegen aus theoretischer Spekulation. Mein Ziel besteht darin, den Lesern ein eigenes Urteil zu ermöglichen und die demokratische Debatte zu befruchten. Marx war vom Niedergang des Kapitalismus überzeugt. Er wollte absolute Wahrheit – ich nicht.

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