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Moody's prüft Herabstufung von Griechenland und Portugal

Die Ratingagentur Moody's hat eine mögliche Herabstufung der Kreditwürdigkeit von Portugal und Griechenland mitgeteilt. Daraufhin gab der Euro wieder an Wert ab. Das dürfte die Kritik an den Ratingagenturen weiter erhöhen.

Düstere Stimmung in Griechenland: Ein antiker Markt in Plaka, Athen.
Düstere Stimmung in Griechenland: Ein antiker Markt in Plaka, Athen.

Angesichts der Gerüchte am Markt «gehen wir den unüblichen Weg, weitere Informationen über den Zeitplan und das Ausmass unserer kommenden Rating-Veränderungen bekannt zu geben», teilt die Agentur am Montagabend mit.

Für Portugal sei dabei eine Herabstufung auf das Niveau «AA3» wahrscheinlich. Aber auch eine Änderung auf «A1» sei nicht ausgeschlossen. Griechenland werde wohl auf unterhalb des Investment-Niveaus herabgestuft. Die Überprüfungen der beiden Länder würden aber wohl noch drei bis vier Wochen dauern.

Ratingagenturen in der Kritik

Ratingagenturen standen zuletzt bei der Schuldenkrise in Griechenland in der Kritik. So hatte die Agentur Standard & Poor's ihre Bewertung für Griechenland auf «Ramsch»-Status gesenkt und dabei einen bevorstehenden Abschluss der Sparverhandlungen der Regierung in Athen mit EU und IWF nicht abgewartet.

Die EU-Kommission wird Anfang 2011 weitere Gesetzesvorschläge zur Regulierung von Ratingagenturen vorlegen. Das kündigte Binnenmarktkommissar Michel Barnier in New York an.

In der EU treten zum Jahresende bereits erstmals Aufsichtsregeln für die bisher keiner Kontrolle liegenden Bonitätswächter inkraft. Die Agenturen gerieten in der Schuldenkrise Griechenlands jedoch wieder unter Beschuss, sodass über die Gründung einer europäischen Ratingagentur und eine Verschärfung der schon verabschiedeten Vorschriften nachgedacht wird.

Barnier erklärte am Rande seiner Gespräche mit US-Aufsichtsbehörden und Regierungsvertretern zudem, die derzeit noch vorbereiteten Regeln für den Derivatehandel sollten zeitgleich mit dem Entwurf der US-Regierung präsentiert werden. Auch arbeite die EU-Kommission an Vorschriften zu Leerverkäufen.

Euro hat wieder an Wert verloren

Nach zunächst deutlichem Kursanstieg gab der Euro daraufhin an den US-Börsen wieder an Wert ab. Der Euro wurde bei US-Börsenschluss zu 1,278 Dollar gehandelt. Händler betonten, dass der EU-Rettungsschirm zwar die Lage verbessere, die mittelfristige Entwicklung aber nach wie vor unsicher sei.

SDA/bru

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