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Nationalbank investiert in zweifelhafte Rüstungsfirmen

Ukraine, Irak, Gaza: Die Zunahme militärischer Konflikte lässt die Aktien von Waffenproduzenten steigen. Von den umstrittenen Geschäften profitiert auch die SNB weiterhin – entgegen ihrem Versprechen.

Dem Unternehmen werden immer wieder Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen: Ein Kampfjet der Firma Lockheed. (Archivbild)
Dem Unternehmen werden immer wieder Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen: Ein Kampfjet der Firma Lockheed. (Archivbild)
Reuters

Die Aktien von Waffenproduzenten sind wegen der zunehmenden militärischen Konflikte und der geopolitischen Verunsicherung stark angestiegen. Davon profitiert hat auch die Schweizerische Nationalbank, wie die Zeitung «Schweiz am Sonntag» berichtet. Die SNB hält Aktien von mehreren US-Rüstungskonzernen im Wert von über 250 Millionen Franken.

Dies geht aus den aktuellen Anlagepositionen der Nationalbank hervor, die sie selbst zwar nicht veröffentlicht, aber in den USA den Behörden melden muss. Im Geschäftsbericht 2013 hat die SNB angekündigt, dass sie nicht mehr in fragwürdige Rüstungstitel investiert. Sie schrieb: «Die Nationalbank beschloss im Jahr 2013, nicht in Aktien von Unternehmen zu investieren, die international geächtete Waffen produzieren.»

Fragwürdige Investments

Dennoch hat die SNB ihre Beteiligungen den US-Rüstungsfirmen Honeywell International und Lockheed im ersten Halbjahr 2014 sogar ausgebaut, auf 66 bzw. 43 Millionen Franken, wie Recherchen der «Schweiz am Sonntag» zeigen. Den beiden Unternehmen werfen Menschenrechtsorganisationen, aber auch der norwegische Staat vor, zu ächtende Atomwaffen herzustellen.

Noch fragwürdiger sind die Investments der SNB in Raytheon und General Dynamics: Diese beiden Unternehmen sollen in die Produktion von Streumunition verwickelt sein. Die Nationalbank wollte sich zu den einzelnen Aktienpositionen nicht äussern.

Sie stütze sich bei den Ausschlüssen von Titeln auf die Analysen etablierter Institutionen, die jedoch zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen könnten. Gemäss Informationen der «Schweiz am Sonntag» hat sich die Nationalbank immerhin von einem umstrittenen Aktieninvestment getrennt: von Textron, das Streumunition herstellt.

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