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Nationalbank schreibt Milliardenverlust

Die Schweizerische Nationalbank weist für das erste Halbjahr einen Verlust von 10,8 Milliarden Franken aus. Hauptgrund dafür ist der starke Franken.

Hat mit dem starken Franken zu kämpfen: Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank Philipp Hildebrand.
Hat mit dem starken Franken zu kämpfen: Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank Philipp Hildebrand.
Keystone

Die Intervention der Schweizerischen Nationalbank (SNB) an den Devisenmärkten vor über einem Jahr schlägt sich erneut mit einem Milliardenverlust im Halbjahresergebnis nieder. Von Januar bis Juni schrieb die SNB einen Verlust von insgesamt 10,8 Milliarden Franken.

Im April und Mai letzten Jahres hat die SNB grosse Mengen Euro gekauft, um den Franken gegenüber der europäischen Einheitswährung nicht noch stärker werden zu lassen. Falls die damalige Intervention überhaupt je eine Wirkung hatte, mittlerweile ist sie mit Sicherheit längst verpufft.

Im Sog der Schuldenkrise

Im Sog der Schuldenkrise haben sich Euro und Dollar weiter deutlich abgeschwächt, der Franken ist weiter erstarkt. Der Dollar ist gegenüber dem Franken in der ersten Jahreshälfte 9,6 Prozent billiger geworden, der Euro 2,4 Prozent. Und das beschert der SNB, die mit den Devisenmarktintervention ihre Devisenbestände noch deutlich aufgestockt hatte, milliardenschwere Bewertungsverluste.

Da neben Euro und Dollar auch alle anderen in der Bilanz der SNB aufgeführten Währungen zum Franken an Wert einbüssten, schrieb die SNB auf ihren Fremdwährungspositionen einen Wechselkursverlust von 11,7 Milliarden Franken. Dies geht aus dem Zwischenbericht der SNB hervor. Inklusive Zins- und Dividendenerträgen resultierte netto auf den Fremdwährungsbeständen ein Bewertungsverlust von 9,9 Milliarden Franken.

Verluste auf Gold, Gewinn aus UBS-Fonds

Der starke Franken respektive die Schwäche von Dollar und Euro wirkt sich bei der SNB aber nicht nur bei den Devisenständen negativ aus. In Dollar gerechnet ist Gold derzeit zwar so viel wert wie noch nie, in Franken allerdings ist der Kilopreis von Januar bis Juni von nicht ganz 42'300 auf knapp 40'800 Franken gesunken.

Die SNB verzeichnet deshalb auf ihren unverändert hohem Goldbestand einen Bewertungsverlust von 1,6 Milliarden Franken. Negativ zu Buche schlagen selbst die Frankenpositionen der SNB, welche mit einem Aufwandüberschuss von 123 Millionen Fr. abschlossen. Massgebliches Element dabei war der Zinsaufwand auf jenen Geschäften, mit welchen die SNB überflüssige Liquidität aus den Märkten abschöpft.

Etwas vermindert wird der Verlust der SNB einzig durch den Stabilisierungsfonds, welcher während der Finanzkrise eingerichtet wurde, um der damals arg ins Strudeln geratenen Grossbank UBS wertlos gewordene Anlagepapiere abzunehmen. Im ersten Semester hat die SNB das Darlehen an diesen Fonds von 11,8 Milliarden auf 8 Milliarden Franken verringern können.

Zudem weist der Fonds einen Halbjahresgewinn von 1,34 Milliarden Dollar aus, wodurch immerhin ein positiver Beitrag von 697 Millionen Franken zum SNB- Ergebnis resultiert.

Konsequenzen für öffentliche Hand

Der hohe Verlust im ersten Halbjahr 2011 folgt auf einen tiefroten Jahresabschluss 2010, in dem sich das Minus der SNB auf 19,2 Milliarden Franken belief. Spürbare Konsequenzen wird das insbesondere auf die Kantone haben.

Bereits im Frühling hat die SNB klar durchblicken lassen, dass diese aufgrund der Verluste in den nächsten Jahren mit keinen Gewinnausschüttungen mehr rechnen können oder dass diese zumindest deutlich schmäler ausfallen werden.

SDA/wid/bru

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