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Noch kein Grund zur Panik

Der Absturz der chinesischen Börse löst Ängste um die Weltwirtschaft aus. Doch eine Katastrophe zeichnet sich nicht ab.

MeinungVon Markus Diem Meier

Die Einbrüche an den Weltbörsen erscheinen wie ein schlechtes Omen für das angelaufene Jahr. Doch aus dem Verlauf der Aktienkurse lässt sich nicht auf die nähere Zukunft schliessen, vielmehr auf verbreitete Ängste. Diese drehen sich vor allem um China. So ging den weltweiten Börsenturbulenzen ein Kurssturz an den Börsen von China und eine weitere Abwertung seiner Landeswährung Yuan voraus.

Beide Entwicklungen haben, für sich genommen, eine geringe Bedrohung für die weltweite wirtschaftliche Entwicklung. Ihr Einfluss erklärt sich aber aus den Risiken, für die sie stehen. Ein deutlicher Wachstums­einbruch in China gilt als grösste Gefahr für die Weltwirtschaft im laufenden Jahr. Dass Chinas Wirtschaft künftig weniger zulegen wird, ist dabei nicht das Problem. Es ist sogar das erklärte Ziel der dortigen Führung, weniger auf Exporte und unrentable, die private Verschuldung weiter anheizende Investitionen zu setzen und mehr auf den Konsum. Das führt zwingend zu einem geringeren Wachstum. Die grosse Frage ist aber, wie gut der chinesischen Führung der Wandel gelingt. Sowohl der Kurszerfall an Chinas Börsen wie auch der Wertverlust seiner Währung stehen für Zweifel daran. Die Chinesen selbst wollen ihr Geld ins Ausland und in andere Währungen retten. Die bisher nutzlosen Massnahmen der Führung, diese Entwicklung aufzuhalten – etwa mit einem Aktienverkaufsverbot für Grossinvestoren und dem wiederholten Aussetzen des Börsenhandels –, verstärken die Zweifel.

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