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Noch wächst die deutsche Wirtschaft

Die grösste Wirtschaft der EU war im dritten Quartal nach wie vor in Fahrt. Das BIP Deutschlands legte ein halbes Prozent zu. In den kommenden Monaten droht aber eine Schwächephase

Es geht weiter aufwärts: Ein Händler gestikuliert vor der Dax-Anzeigetafel an der Frankfurter Börse. (8. November 2011)
Es geht weiter aufwärts: Ein Händler gestikuliert vor der Dax-Anzeigetafel an der Frankfurter Börse. (8. November 2011)
Reuters

Die deutsche Wirtschaft hat sich im dritten Quartal erwartungsgemäss gut entwickelt. Zwischen Juli und September wuchs das Bruttoinlandprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorquartal um 0,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt heute mitteilte. Experten befürchten aber, dass die verschärfte Schuldenkrise nun auch Deutschland stärker in Bedrängnis bringen wird.

Im Vergleich zum dritten Quartal des Vorjahres stieg die Wirtschaftsleistung nach Angaben der Statistiker kalenderbereinigt um 2,6 Prozent. Besonders die höheren Konsumausgaben der privaten Haushalte sorgten demnach zuletzt für einen Zuwachs.

«Zu Konjunkturoptimismus besteht indes kein Anlass, denn die Industrie hat vor allem vom Auftragspolster der vorangegangenen Monate gezehrt», sagte Ferdinand Fichtner, Konjunkturchef am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Im vierten Quartal werde das Wachstum aber vor allem wegen der Krise im Euroraum mager ausfallen. Hierauf deuteten die in den letzten Monaten massiv eingebrochenen Umfragewerte unter Verbrauchern und Unternehmern hin. «Die Menschen sind verunsichert», sagte Fichtner. «Das ist Gift für die Konjunktur.»

Krise in Frankreich und Italien trifft deutsche Exporte

Nach Einschätzung des DIW ist das kräftige Plus im dritten Quartal vor allem dem Quartalsauftakt im Juli zu verdanken, da aufgrund der späten Lage der Sommerferien in einigen Bundesländern ein grosser Teil der Produktion vorgezogen wurde. Schon im August und September sei die Industrieproduktion dagegen deutlich zurückgegangen. Im Jahresdurchschnitt 2011 dürfte das Wirtschaftswachstum nach Einschätzung des DIW trotzdem rund drei Prozent betragen.

Auch der Ökonom Carsten Brzeski von der ING Bank hält dieses Ziel nach wie vor für erreichbar. Allerdings ist auch seine Einschätzung für die kommenden Monate düster. Frankreich und Italien seien zuletzt in den Strudel der Schuldenkrise geraten, wodurch die deutsche Exportwirtschaft leiden werde. Deutschland habe dadurch seine Immunität eingebüsst.

Den Angaben der Statistikbehörde geht die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal auf das Konto der rund 41,2 Millionen Erwerbstätigen im Inland. Das seien 495'000 Personen oder 1,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Ihre Angaben zum Wachstum im zweiten Quartal korrigierten die Statistiker. Statt mit 0,1 Prozent wie zunächst berechnet, habe die Wirtschaftsleistung zwischen April und Juni dieses Jahres um 0,3 Prozent zugelegt.

AFP/rub

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