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Nur ein schwacher Euro ist ein guter Euro

Trotz Sparbemühungen und Rettungsbeschlüssen steuert die Einheitswährung ungebremst nach unten. Notiert der Euro bald 1:1 zum US-Dollar? Gerade das könnte Europas Rettung sein.

Simon Schmid

Der Dollarkurs des Euro gilt als Krisenindikator schlechthin: Beschliessen Europas Staatschefs Rettungsmassnahmen für die Krisenstaaten, so wertet sich die Einheitswährung auf. Als nach dem EU-Gipfel Ende Juni etwa Spaniens Bankenrettung in Sichtweite kam, legte der Euro prompt um zwei Cent gegenüber dem US-Dollar zu. In den letzten Tagen war die Umkehrbewegung zu beobachten: Wegen schlechter Nachrichten aus Spaniens Regionen und Zweifeln über Italiens Standfestigkeit rutschte die Währung talwärts. Aktuell steht der Euro bei 1.21 Dollar – nur zwei Cent entfernt vom langjährigen Tiefstand von 1.19, den der Euro im April 2010 erreichte.

Diese Marke gilt als psychologische Barriere. Dass sie noch in diesem Quartal durchbrochen wird, halten manche Beobachter für wahrscheinlich. «In Europa ist ein Flächenbrand ausgebrochen», schreibt etwa Analyst Justin Burkhard auf dem Blog Zerohedge. Griechenlands drohender Währungsaustritt sowie weitere Länder-Abstufungen oder EZB-Zinssenkungen könnten den Euro weiter schwächen, meinen die Autoren des Analystennetzwerks Econmatters. Dass die europäische Währung binnen Jahresfrist zur Parität von 1:1 gegenüber dem US-Dollar gehandelt wird, mag heute niemand mehr ausschliessen.

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