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Pleite könnte Schweizer Exportfirmen hart treffen

Sollte es zum Bankrott des griechischen Staates kommen, wären nicht alle Schweizer Firmen gleich stark betroffen. Die SNB hat sich «intensiv» mit dem Szenario beschäftigt.

Export könnte unter Griechenland-Pleite leiden: Kräne verladen Container im Basler Rheinhafen. (Archivbild)
Export könnte unter Griechenland-Pleite leiden: Kräne verladen Container im Basler Rheinhafen. (Archivbild)
Keystone

Was eine Pleite des griechischen Staates für die Schweizer Wirtschaft bedeuten würde, ist zwar schwer abschätzbar. Die Schweizer Wirtschaft bleibe jedoch verwundbar gegenüber weiteren starken Ausschlägen des Wechselkurses – die insbesondere wegen der Schuldenkrise in Griechenland drohten, teilte das Staatssekretariates für Wirtschaft (Seco) Mitte Juni mit.

In welche Richtung diese Ausschläge gehen würden ist bei einem Staatsbankrott Griechenlands klar: Der schon heute sehr starke Franken würde eine weitere Aufwertung erfahren. Betroffen davon wäre in erster Linie die Schweizer Exportwirtschaft, die bereits massiv unter der Frankenstärke leidet.

Ein Vorgeschmack auf einen griechischen Staatsbankrott hat dabei die Zypernkrise geliefert. Der Eurokurs sank damals von 1,24 auf 1,21 Franken, nahe an die von der Schweizerischen Nationalbank verteidigten Untergrenze von 1,20 Franken pro Euro. Erst nach Klärung der Lage in Zypern im Mai 2013 schwächte sich der Franken wieder auf 1,26 ab.

Weitere Interventionen am Devisenmarkt

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) ist bisher gemäss Aussagen von SNB-Präsident Thomas Jordan davon ausgegangen, dass eine Lösung gefunden und der Grexit abgewendet werden kann.

Dennoch habe sich die Nationalbank auch «intensiv» mit dem Szenario einer Eskalation durch das Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro beschäftigt, sagte Jordan Mitte Juni. Details zum Dispositiv von SNB und Bund wollte Jordan nicht nennen. Er betonte jedoch kürzlich, dass die SNB bei Bedarf erneut am Devisenmarkt intervenieren würde.

Kaum Gefahr für Banken

Für die Schweizer Banken dagegen droht kaum Gefahr, sollte der griechische Staat den Schuldendienst nicht fortführen können. Bereits 2010, bei der ersten Zuspitzung der Eurokrise, meldeten die Grossbanken und die Zürcher Kantonalbank, dass sie «keine materiellen Ausstände» gegenüber Griechenland hätten.

In der Zwischenzeit sind diese Forderungen gemäss einer Statistik der SNB weiter gesunken. Insgesamt haben die aufgeführten 75 Schweizer Banken Ende 2014 nur noch ein Guthaben von 1,90 Milliarden Fr. in Griechenland.

Deutschlands Verlust

Offiziell wies der griechische Staat im Februar 2015 rund 315 Milliarden Euro Staatsschulden auf. Davon befinden sich gemäss einer Studie der Bank Mirabaud nur noch 17 Prozent in den Händen privater Gläubiger. Der Rest befindet sich bei institutionellen Gläubigern wie der EZB und bei den Euro-Staaten.

So liegt nach einer Schätzung des Vorsitzenden des Europaausschusses des Deutschen Bundestages das finanzielle Ausfallrisiko für die deutsche Staatskasse bei rund 80 Milliarden Euro. Dies ergebe sich aus den Verpflichtungen aus den verschiedenen Rettungsschirmen, inklusive des Anteils an den Leistungen der Europäischen Zentralbank (EZB).

SDA/rar

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