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Polen mit Franken-Krediten gehen auf die Strasse

Hunderte Menschen mit Hypotheken in Schweizer Franken haben in Polen demonstriert. Sie fordern finanzielle Hilfe, weil ihre Zinsen so stark angestiegen sind.

In Not geraten: Demonstranten mit Hypotheken in Schweizer Franken versammeln sich in Warschau vor dem Regierungsgebäude. (24. Januar 2015)
In Not geraten: Demonstranten mit Hypotheken in Schweizer Franken versammeln sich in Warschau vor dem Regierungsgebäude. (24. Januar 2015)

Der rasante Kursanstieg des Schweizer Franken nach der Entkoppelung vom Euro stürzt Zehntausende polnische Hypothekennehmer in finanzielle Schwierigkeiten. In Warschau, Krakau, Lodz, Danzig und Breslau demonstrierten mehrere hundert Menschen, die auf Schweizer Franken laufende Hypotheken abbezahlen müssen. Sie forderten die Regierung auf, ihnen zu helfen.

In Polen gibt es mehr als eine halbe Million solcher Hypotheken. Viele Polen hatten sich vor Jahren von niedrigen Schweizer Zinsen angelockt für Franken-Hypotheken entschieden. Ihre monatliche Belastung ist nun mit dem Kursanstieg des Franken gestiegen. Das Phänomen droht zu einem grossen Thema beim Wahlkampf für die Parlamentswahl in diesem Jahr zu werden.

Das böse Erwachen

Franken-Kredite galten im Ausland lange Zeit als cleverer Weg, um Geld zu sparen (Redaktion Tamedia berichtete). Weil das Zinsniveau in der Schweiz niedriger war, waren auch die Kredite billiger. Man verliess sich darauf, dass der Wechselkurs und damit die Höhe der Zinsen stabil bleiben würden.

Mit der überraschenden Aufhebung der Untergrenze am vergangenen Donnerstag kam das böse Erwachen: Durch die plötzliche Aufwertung des Frankens erhöhten sich Schuldensumme und Zinszahlungen schlagartig. Nicht nur in Polen, auch in Russland oder Kroatien sind Sparer und Firmen dadurch in Schwierigkeiten geraten.

SDA/fko

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