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Schweizer bewahren Hotelbilanz vor Totalabsturz

Es war ein mieses Jahr für den Schweizer Tourismus: Die Zahl der Hotelübernachtungen sank 2012 um zwei Prozent auf 34,8 Millionen. Seit dem Winter zeichnet sich jedoch eine Besserung ab.

Der Tourismus in der Schweiz schwächelt weiter. Die Zahl der Hotelübernachtungen sank 2012 um 2 Prozent auf 34,8 Millionen. Das ist der tiefste Wert seit 2005. Zum Jahresende ging es aber wieder aufwärts.

Im Dezember nahmen die Hotelübernachtungen, unterstützt von guten Schneeverhältnissen und ideal gelegenen Feiertagen, um 5,3 Prozent zu, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) mitteilt. Es ist der dritte Monate in Folge mit einem Zuwachs.

Die Chefs der Verbände Schweiz Tourismus und Hotelleriesuisse zeigten sich an der gemeinsamen Medienkonferenz mit dem BFS in Zürich dankbar über die loyalen inländischen Gäste. Ihre Hotelübernachtungen blieben das fünfte Jahr in Folge ziemlich stabil und nahmen 2012 nur um 0,4 Prozent ab.

Bei den Gästen aus dem Ausland beträgt der Rückgang 3,3 Prozent. Die asiatischen Wachstumsmärkte vermochten die Einbussen aus den traditionellen europäischen Herkunftsländern nicht aufzufangen.

Folgen der Euro-Krise

Der starke Franken belastete die Nachfrage aus dem Euroraum (-9 Prozent) empfindlich, wie Hotelleriesuisse-Chef Christoph Juen sagte. Vor allem aus den Niederlanden (-14 Prozent) kamen weniger Gäste. Bei den Deutschen sank die Zahl der Hotelübernachtungen um weitere 11 Prozent auf den tiefsten Stand seit den 1960er-Jahren.

Mehr Gäste kamen dagegen aus allen anderen Kontinenten. Am stärksten nahmen die Übernachtungen von Touristen aus China (+25 Prozent) und den Golfstaaten (+24 Prozent) zu. Daneben erreichte auch die Nachfrage aus Indien, Korea, Singapur und Thailand Rekordwerte.

Allerdings buchen gerade chinesische Gäste vor allem tiefpreisige Gruppenangebote. Verschiedene Hotels hätten erfolgreich Aktionen durchgeführt, aber Margeneinbussen erlitten, sagte Juen. In Europa setze sich die Überzeugung durch, «dass die Schweiz nicht wahnsinnig viel teurer ist». Die Überbewertung des Frankens habe etwas abgenommen.

Viele Stammgäste kamen weiterhin. Insgesamt stieg die Zahl der Ankünfte in Schweizer Hotels um 0,4 Prozent, die Aufenthaltsdauer nahm aber ab. Schweiz-Tourismus-Chef Jürg Schmid erklärte dazu: «Man liebt sie noch, die Schweiz, aber das Budget wurde währungsbedingt strapaziert.»

Berggebiete darben

Von den 13 Tourismusregionen verzeichneten 9 eine Abnahme der Hotelübernachtungen. Am stärksten litten die Berggebiete. Am grössten ist das Minus in Graubünden (-5,6 Prozent), das besonders das Wegbleiben deutscher Skitouristen spürte.

Auch das Berner Oberland (-4,2 Prozent) und das Wallis (-2,2 Prozent) büssten ein. Dagegen legten die Regionen Zürich (+1,8 Prozent) und Freiburg (+6,1 Prozent) deutlich zu.

Juen wies auf Überkapazitäten hin: In den Ferienregionen hätten die Logiernächte in den letzten 20 Jahren um 15 Prozent abgenommen, das Bettenangebot sei aber gleich geblieben. Juen und Schmid sind sich einig: Um bestehen zu können, seien eine hohe Qualität bei Infrastruktur und Dienstleistungen unerlässlich. Zudem brauche es eine konsequente Ausrichtung auf spezifische Gästesegmente.

«Wer teurer ist, muss besser und anders sein», bekräftigte Schmid. Um etwa die Gastlichkeit zu fördern, will Schweiz Tourismus den Award «Freundlichstes Hotel der Schweiz» lancieren. Und ein «Switzerland Contact Center» soll via Telefon, Chat und Soziale Medien Touristen mit individuellen Reisetipps anlocken.

SDA/kpn

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