Schweizer Börse startet verhalten ins neue Jahr

Nach einer Achterbahnfahrt im Dezember beginnt das neue Jahr an der Börse mit zurückhaltender Stimmung. Experten erwarten ein schwieriges Jahr.

Die Zürcher Kantonalbank erwartet für 2019 ein schwieriges Jahr mit nur bescheidenen Kursgewinnen an den Börsen.

Die Zürcher Kantonalbank erwartet für 2019 ein schwieriges Jahr mit nur bescheidenen Kursgewinnen an den Börsen. Bild: Christian Beutler/Keystone

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Die schwache Entwicklung der anderen europäischen Börsen am Vortag sowie eine Umsatzwarnung von Apple sorgten für Zurückhaltung an der Schweizer Börse, sagten Händler am Donnerstag. Der SMI legte 0,3 Prozent auf 8452 Zähler zu. Grund dafür waren Kursgewinne beim Index-Schwergewicht Nestle.

Unter Druck standen hingegen Aktien mit einem konjunkturabhängigen Geschäftsmodell. Am Freitag - dem letzten Handelstag im vergangenen Jahr - hatte der Leitindex im Zuge einer Achterbahnfahrt zum Jahresende 2,9 Prozent auf 8429 Punkte zugelegt.

Kein sorgenfreier Blick

Die Zürcher Kantonalbank erwartet für 2019 ein schwieriges Jahr mit nur bescheidenen Kursgewinnen an den Börsen. «Zudem dürfte die Volatilität, ganz so wie zuletzt zu beobachten, hoch bleiben.» Bei verstärkten Anzeichen für eine «harte Landung» der Weltwirtschaft könne die Stimmung an den Finanzmärkten zudem rasch kippen. «Der Blick ins Jahr 2019 fällt alles andere als sorgenfrei aus», erklärten die Experten.

Für Verunsicherung an den Börsen sorgte der iPhone-Hersteller Apple. Das Unternehmen hatte in der Nacht mitgeteilt, im abgelaufenen Quartal vor allem wegen eines schwachen Geschäfts in China sein Umsatzziel um mehrere Milliarden Dollar zu verfehlen. Diese Aussage schürte erneut Ängste vor einer Verlangsamung der Konjunktur in China und lastete auf den Aktien vieler Technologiefirmen: In der Schweiz gaben die Aktien des Apple-Zulieferers AMS 19 Prozent nach.

Unter Abgabedruck standen zudem die Aktien des Personalvermittlers Adecco, die gut fünf Prozent auf 43,56 Franken nachgaben. Neben Konjunktursorgen führten Händler das auf eine Empfehlung der Credit Suisse zurück, die die Titel auf Underperform von Neutral setzte und das neue Kursziel bei 40 Franken festmachte.

Noch positive Stimmung

Auf den Verkaufszetteln waren auch die Luxusgüterwerte Swatch und Richemont zu finden, die über drei und gut zwei Prozent abrutschten. Auch der Sanitärtechnikhersteller Geberit und der Zementkonzern LafargeHolcim waren schwächer.

Dabei hat sich im Dezember die Stimmung in der Schweizer Industrie den zweiten Monat in Folge stabilisiert, wie aus den Daten zum Einkaufsmanagerindex (PMI) hervorgeht. «Die derzeitige konjunkturelle Lage ist immer noch eindeutig positiv», erklärten die Ökonomen der Credit Suisse, die den Index zusammen mit dem Einkäuferverband veröffentlicht.

Gefragt waren im Gegenzug Titel, die vergleichsweise wenig von der Konjunktur abhängig sind: Mit einem Plus von 1,8 Prozent führte Nestle die Gewinner an. Die Aktien des Nahrungsmittelherstellers profitierten auch von einer Kaufempfehlung der UBS. Gefragt war auch das Pharmaschwergewicht Roche. Die Titel der Konkurrentin Novartis gaben hingegen knapp ein Prozent nach.

Auch Bankaktien waren fester: Credit Suisse legte 1,2 Prozent zu, Julius Bär 0,6 Prozent und UBS 0,4 Prozent. UBS-Verwaltungsratschef Axel Weber hat in einem Zeitungsinterview erklärt, ein Zusammenschluss mit einer anderen Bank wäre für die Schweizer Grossbank noch zu früh. (sep/Reuters)

Erstellt: 03.01.2019, 14:31 Uhr

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