Schweizer KMU leiden unter Handelskrieg

Exportlastige Firmen spüren den Streit zwischen den USA und China, wie eine neue Studie zeigt. Ein Faktor hemmt KMU aber noch stärker.

In der Uhrenindustrie geben 26 Prozent der Unternehmen an, dass die Zölle ein grosses Hindernis darstellen. Foto: Jean-Christophe Bott (Keystone)

In der Uhrenindustrie geben 26 Prozent der Unternehmen an, dass die Zölle ein grosses Hindernis darstellen. Foto: Jean-Christophe Bott (Keystone)

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Heute hat die Credit Suisse eine Studie über die Schweizer KMU-Wirtschaft veröffentlicht. In deren Rahmen wurden 558 kleine und mittlere Unternehmen gefragt, wie sie die verstärkt auftretenden Handelshemmnisse wahrnehmen. Das Resultat: Vor allem exportlastige Sektoren bekommen die Auswirkungen der Handelsstreitigkeiten zu spüren. In der Uhrenindustrie geben 26 Prozent der befragten Unternehmen an, dass Zölle ein grosses Hindernis darstellen. In der Chemieindustrie sind es 23 Prozent, in der Herstellung von Präzisionsinstrumenten 18 Prozent.

Kleine und mittelgrosse Unternehmen sind für 45 Prozent der Warenexporte der Schweiz verantwortlich. Da KMU seltener exportieren als Grossunternehmen, sind sie im Durchschnitt weniger in die internationalen Wertschöpfungsketten integriert. Deshalb ist ihre Konjunktur insgesamt robust geblieben.

Herausforderungen steigen

Dennoch nehmen 28 Prozent der KMU die Handelsschranken als grosse bis sehr grosse Herausforderung wahr. Für 43 Prozent der befragten Unternehmen sind die Handelsschranken aber keine oder nur eine geringe Herausforderung.

Die Hälfte aller Umfrageteilnehmenden gibt an, keine Veränderung zur Situation vor fünf Jahren zu spüren. Dies spiegelt sich auch in der Tatsache wider, dass 88 Prozent der KMU die geschäftlichen Umstände im Export mindestens als befriedigend empfinden. Jedoch schätzen 23 Prozent der Unternehmen die Herausforderungen als höher ein als vor fünf Jahren.

Die allgemeine Zufriedenheit bei den KMU könnte damit zu tun haben, dass der deutsche Markt weiterhin als attraktiv eingeschätzt wird. Drei Viertel der befragten Unternehmen geben an, keine Hemmnisse im Handel mit Deutschland anzutreffen. Nur der Handel mit Grossbritannien wird als noch einfacher beurteilt. Ebenfalls auf den vordersten Rängen sind Italien und alle anderen EU-Länder.

Was die Firmen noch mehr hemmt

Dies ist durchaus von Bedeutung, denn die EU ist der wichtigste Absatzmarkt – 76 Prozent der befragten KMU nennen den Zugang zum EU-Binnenmarkt wichtig oder eher wichtig. Deshalb sprechen sich 56 Prozent der Unternehmen eher oder ganz für den Entwurf eines institutionellen Rahmenabkommens vom letzten Dezember aus. 24 Prozent haben dazu keine Meinung.

Die bedeutsamste Exporthürde ist jedoch weiterhin der starke Franken. 70 Prozent der befragten Unternehmen finden das höhere Preisniveau als exporthemmend, 68 Prozent werden durch das Niveau des Schweizer Frankens vom Exportgeschäft abgeschreckt. Das ist deutlich höher als Zollsätze und Abgaben. Diese stellen bloss für 48 Prozent der KMU ein Handelshemmnis dar.

Erstellt: 27.08.2019, 18:16 Uhr

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