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Shinzo Abes Wirtschaft geht es noch schlechter

Im November veröffentlichte Wirtschaftszahlen führten in Japan zu Neuwahlen. Aktualisierte Daten zeigen nun: Der Rückschritt in die Rezession war noch ein Stück grösser.

Trotz Rezession erfolgreich unterwegs: Regierungschef Shinzo Abe auf Wahlkampftour. (7. Dezember 2014)
Trotz Rezession erfolgreich unterwegs: Regierungschef Shinzo Abe auf Wahlkampftour. (7. Dezember 2014)
AFP

Japans Wirtschaft ist neuen Daten zufolge im dritten Quartal des Jahres noch stärker geschrumpft als ursprünglich angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt der drittgrössten Wirtschaft der Welt sei zwischen Juli und September aufs Jahr gerechnet um 1,9 Prozent zurückgegangen, legten am Montag veröffentlichte überarbeitete Zahlen dar.

Ursprüngliche Werte von Mitte November hatten von 1,6 Prozent gesprochen. Die Aktualisierung kommt sechs Tage, bevor am Sonntag Neuwahlen in Japan stattfinden. Diese hatte Regierungschef Shinzo Abe im Zuge der zunächst veröffentlichten Zahlen auf den Weg gebracht.

Die neuen Zahlen bestätigten, dass die japanische Ökonomie formal erneut in die Rezession gerutscht ist. Faktoren für den Rückschritt seien schwächere Investitionen von Unternehmen und Verbrauchern gewesen, hiess es.

«Wahrscheinlich wächst die Wirtschaft bald»

Im Vergleich zum Vorquartal ging das Bruttoinlandprodukt den überarbeiteten Werten zufolge um 0,5 Prozent zurück – ursprünglich war von 0,4 Prozent die Rede gewesen. Im zweiten Quartal war die japanische Wirtschaft nach einer Mehrwertsteuererhöhung gar um 7,3 Prozent eingebrochen.

Ökonomen berichteten davon, dass der grössere Rückschritt nicht unbedingt pessimistisch stimmen sollte. «Das Fazit ist, dass die Wirtschaft wahrscheinlich in diesem Quartal zu Wachstum zurückkehrt», sagte Marcel Thielian von Capital Economics am Montag in einem Kommentar.

Die Erhöhung der Mehrwertsteuer von fünf auf acht Prozent im April wird als Hauptgrund dafür angesehen, warum die Wirtschaft nach der Erholung der letzten Rezession Ende 2012 wieder ins Stocken geraten war. Im November hatte Ministerpräsident Abe eine weitere Erhöhung der Steuer auf nunmehr zehn Prozent von 2015 auf April 2017 verschoben.

Abes Partei wird noch zulegen

Abe hatte zudem das Parlament aufgelöst und Neuwahlen für den 14. Dezember einberufen. Mit diesem Schritt wollte er sich die Rückendeckung seines Volkes für die Wirtschaftspolitik seiner Liberalen Demokratischen Partei holen. Umfragen zufolge wird die Abe-Partei dank einer schwächelnden Opposition gar Sitze im Unterhaus hinzugewinnen anstatt welche zu verlieren. Ein Rücktritt des Ministerpräsidenten im Rahmen seiner sogenannten Abenomics-Wirtschaftsprogramms gilt damit also als äusserst unwahrscheinlich.

Abe hat versucht, die Jahre der Deflation in seinem Land mit einer Kombination aus grossen öffentlichen Ausgaben und einer aggressiven Politik des leichten Geldes zu beenden und die Inflation auf etwa zwei Prozent zu heben. Bislang liegt sie allerdings unterhalb der Hälfte dieses Ziels. Zudem hat die Regierung von Abe versprochen, grundlegende Reformen in die Wege zu leiten, die Japans Wettbewerbsfähigkeit erhöhen sollen.

SDA/chk

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