SNB gewinnt mit Aktien und verliert mit dem Franken

Die Schweizerische Nationalbank dürfte für das erste Halbjahr ein Plus von fast 40 Milliarden Franken erreichen.

SNB-Chef Thomas Jordan kann sich vorerst über ein positives Ergebnis freuen. Foto: Anthony Anex/Keystone

SNB-Chef Thomas Jordan kann sich vorerst über ein positives Ergebnis freuen. Foto: Anthony Anex/Keystone

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Die Schweizerische Nationalbank (SNB) dürfte auch im zweiten Quartal 2019 von der positiven Entwicklung der Finanzmärkte profitiert haben. Die Ökonomen der Grossbank UBS schätzen erneut einen hohen Milliardengewinn. Dieser könnte allerdings im zweiten Halbjahr noch abschmelzen, sollte der Franken deutlich an Stärke gewinnen.

Die SNB dürfte am 31. Juli für die Periode April bis Juni 2019 erneut ein glänzendes, wenn auch nicht mehr ganz so hell strahlendes Ergebnis wie im Vorquartal ausweisen. Die Ökonomen der Grossbank UBS schätzen einen Gewinn von rund neun Milliarden Franken nach 30 Milliarden in der Zeit von Januar bis März. Damit dürfte sich der Überschuss im ersten Halbjahr auf beinahe 40 Milliarden Franken kumulieren, hält die Bank in ihrer letzte Woche veröffentlichten Prognose fest.

Auch im zweiten Quartal bestimmten die Zentralbanken die Richtung der Finanzmärkte. Die Erwartung an die US-Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank (EZB), die Zinsen zu senken, lösten im zweiten Quartal ein Rally an den Finanzmärkten aus. Der neuerliche Milliardengewinn ist daher einmal mehr den Aktien- und Obligationenmärkten sowie dem Anstieg des Goldpreises geschuldet.

Frankenaufwertung als Risiko für den SNB-Gewinn

Gold, Anleihen und Aktien dürften der SNB im zweiten Quartal einen Gewinn von fast 15 Milliarden beschert haben. Dazu kamen noch über 4 Milliarden an wiederkehrenden Erträgen aus Zins- und Dividendenzahlungen sowie Negativzinsen. Aus der Aufwertung des Franken dürfte allerdings ein Minus von 10 Milliarden resultiert haben, schätzt die Grossbank.

Die erwartete Lockerung der globalen Geldpolitik habe bereits im zweiten Quartal eine leichte Aufwertung des Frankens bewirkt - eine Entwicklung, die sich im Juli noch akzentuiert hat. Der Franken könne aber noch weitaus deutlicher aufwerten, wenn die EZB tatsächlich ihre Zinsen senke. Das würde dann auch den im ersten Halbjahr akkumulierten Gewinn gefährden.

Es macht daher auch noch nicht allzu viel Sinn, über die Gewinnausschüttung an Bund und Kantone zu spekulieren. Üblicherweise schüttet die SNB in guten Jahren gemäss Gewinnausschüttungsvereinbarung 2 Milliarden Franken aus. (sda)

Erstellt: 29.07.2019, 12:04 Uhr

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