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Spezialisten für perverse Anreizwirkungen

Im vierten Teil unserer Serie «Ökonomie in der Krise» kommt der Freiburger Ökonom Reiner Eichenberger zu Wort – mit einem flammenden Plädoyer für die modernen Wirtschaftswissenschaften.

Natürlich gibt es in der modernen Ökonomik viel widerlich abstraktes und unbrauchbares Zeug. Trotzdem zielt die gängige Ökonomiekritik grossteils daneben. Die Kritik basiert auf mindestens sieben Missverständnissen:

Erstens klagt ein Grossteil der Kritik, die Ökonomen hätten die Krise nicht vorhergesehen. Das ist falsch. Sehr viele haben ihren zweiten Teil – die heutige Staatsschuldenkrise – aufgrund langjähriger, verfehlter Finanz- und Wirtschaftspolitik und Kriseninterventionen vorausgesagt. Hingegen haben die wenigsten ihren ersten Teil – die Finanzkrise von 2007 bis 2009 – vorausgesehen. Doch Finanzkrisen können gar nicht von vielen vorausgesehen werden; denn wenn sie vorausgesehen werden, treten sie nicht ein. Deshalb wissen wir nicht, wie viele Krisen die Ökonomen vorausgesehen und so verhindert haben.

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