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Starker Franken setzt der Exportindustrie zu

Im vergangenen Monat legte die Schweizer Wirtschaft zwar um über 15 Prozent zu. Wegen des starken Frankens bröckeln aber die Margen weg.

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Unternehmen, die ins Ausland exportieren, haben zurzeit einen schweren Stand: Angestellter von Rieter arbeitet an einer Maschine.
Unternehmen, die ins Ausland exportieren, haben zurzeit einen schweren Stand: Angestellter von Rieter arbeitet an einer Maschine.
Keystone

Die Schweizer Exporte stiegen im letzten Monat um 16,7 Prozent auf 18,4 Milliarden Franken, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) am Donnerstag mitteile. Real, zu konstanten Preisen gerechnet, betrug der Zuwachs 22,6 Prozent.

Die Steigerung gelang nur, weil Auffahrt und die Pfingstfeiertage dieses Jahr auf den Juni fielen: Bei gleicher Anzahl Arbeitstage stagnierten die Exporte (0,2 Prozent, real 5,2 Prozent). Im Vergleich zum April 2011 sanken die Ausfuhren gar um 0,5 Prozent, wenn saisonale Effekte berücksichtigt werden.

Margen unter Druck

Die Exportunternehmen geraten wegen des starken Frankens immer stärker unter Druck, wie die Preisentwicklung zeigt: Die Preise der Exportgüter sanken im Mai um 4,8 Prozent, ohne die Pharmabranche betrug der Rückgang sogar 5,7 Prozent. Viele Unternehmen müssen offensichtlich mit tieferen Margen vorlieb nehmen.

Über die ersten fünf Monate dieses Jahres gesehen stiegen die Exporte aber immer noch kräftig um 6,9 Prozent auf 84,3 Milliarden Franken (real 13,2 Prozent). Die wachstumsstärkste Exportbranche ist weiterhin die Uhrenindustrie, sie konnte ihre Ausfuhren im Mai um fast ein Drittel steigern.

Asien als Wachstumsmotor

Die Metallindustrie steigerte sich um knapp 20 Prozent, die Chemie- und Pharmabranche erhöhte ihre Ausfuhren um 16,4 Prozent. Wenig steigern konnten sich unter anderen die Textil- und die Kunststoffindustrie mit 3,6 Prozent beziehungsweise 3,9 Prozent.

Wachstumsmotor der Weltwirtschaft ist weiterhin Asien: Schweizer Unternehmen konnten dort im Mai knapp ein Viertel mehr absetzen. Die Exporte nach China erhöhten sich um gut die Hälfte, die Ausfuhren nach Indien stiegen um über 60 Prozent. In die EU, dem wichtigsten Absatzmarkt, stiegen die Exporte um 15,3 Prozent. In Nordamerika erhöhte sich der Absatz um 9,5 Prozent.

Weniger Goldschmuck aus Vietnam

Die Schweizer Importe stiegen im letzten Monat um 0,4 Prozent auf 15,1 Milliarden Franken (real 3,9 Prozent). Ohne die drei zusätzlichen Arbeitstage sanken die Einfuhren um 13,9 Prozent (real -10,8 Prozent).

Dieser starke Rückgang erklärt sich auch mit einem Sondereffekt: Die Importe von Gold aus Vietnam sanken um 918 Millionen Franken. Einige Schweizer Unternehmen sind auf die Produktion von Goldbarren spezialisiert, die sie aus Goldschmuck und ähnlichem herstellen. In der Handelsbilanz stand im Mai somit ein Rekordüberschuss von 3,3 Milliarden Franken - im Mai 2010 hatte das Plus nur 0,8 Milliarden Franken betragen.

(SDA)

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