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Talfahrt der Ölpreise drückt Rubel und Moskauer Börse

Die sinkenden Ölpreise belasten die Börse in Moskau und den Rubel weiter. Russland macht unterdessen beim Alternativprojekt zur gescheiterten South-Stream-Pipeline vorwärts.

Milliardenwerte werden vernichtet: Logo am Gebäude der Moskauer Börse. (14. März 2014)
Milliardenwerte werden vernichtet: Logo am Gebäude der Moskauer Börse. (14. März 2014)
Maxim Shemetov, Reuters

In Moskau fiel der Micex-Leitindex für die in Rubel gelisteten Aktien heute um bis zu 3,5 Prozent, der RTS-Index für die Dollar-Werte verlor bis zu 4,2 Prozent. Der Rubel gab zum Dollar um weitere 2,2 Prozent nach. Anzeichen für eine Intervention der Zentralbank machten Händler in Moskau zunächst nicht aus.

«Die einzige Stütze für den Rubel ist die Zentralbank, ohne sie kann der Rubel nur nach unten rollen», sagte ein Händler. Allerdings sei der Erfolg solcher Käufe bei einem ohnehin steigenden Dollarkurs und fallenden Ölpreisen fraglich. Somit könnte eine Zinserhöhung letztlich die einzige Waffe gegen den Kursverfall des Rubel sein.

Die Zentralbank berät am Donnerstag die Zinspolitik. Schon im Oktober hatte sie die Zinsen um 1,5 Prozent auf 9,5 Prozent erhöht. Die Einschätzungen, ob sie weiter an der Zinsschraube dreht, gehen auseinander.

Neue Wege nach Aus für Gaspipeline South Stream

Nach dem Aus für South Stream schiebt Russland ein neues Gas-Pipeline-Projekt an. Der russische Konzern Gazprom teilte am Montag mit, es werde eigens eine neue Firma zum Bau einer Rohrleitung in die Türkei gegründet. Das neue Unternehmen firmiert unter dem Namen Gazprom Russkaya und wird seinen Sitz in St. Petersburg haben.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte vorige Woche das Aus für das South-Stream-Projekt verkündet, mit dem russisches Gas unter Umgehung der Ukraine bis Südeuropa geliefert werden sollte. Laut Putin könnte mit dem neuen Pipeline-Projekt an der türkisch-griechischen Grenze ein Umschlagplatz entstehen, um Gaslieferungen nach Europa zu ermöglichen.

Mit der Pipeline South Stream sollte russisches Erdgas durch das Schwarze Meer und unter Umgehung der Ukraine durch Südosteuropa bis nach Österreich geliefert werden. Gebaut wurde an der 40 Milliarden Dollar teuren Leitung unter Führung von Gazprom. Die EU-Kommission hat jedoch wiederholt erklärt, sie halte es für unzulässig, dass ein Erdgaslieferant zugleich den Zugang zu den Pipelines kontrolliert. Das EU-Mitglied Bulgarien hatte deshalb seine Arbeiten an South Stream auf Eis gelegt.

SDA/rub

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