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Trübe Aussichten für die Weltwirtschaft

Laut dem Internationalen Währungsfonds wächst die globale Wirtschaft dieses und nächstes Jahr weniger stark als erwartet. Etwas besser sieht es dafür im krisendeln Europa aus.

In China und anderen Schwellenländern kühlt sich die Konjunktur ab: Geschäftsviertel in Peking. (Archiv)
In China und anderen Schwellenländern kühlt sich die Konjunktur ab: Geschäftsviertel in Peking. (Archiv)
Keystone

Angesichts der abgekühlten Konjunktur in den Schwellenländern sowie Unsicherheiten über die Geld- und Haushaltspolitik in den USA hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seinen Ausblick für das weltweite Wirtschaftswachstum gesenkt, auch für die Schweiz. In seiner Wachstumsprognose warnte der IWF, dass sich die Lage weiter verschlechtern könnte. Die gebeutelte Eurozone sieht der Währungsfonds dagegen vorsichtig auf dem Weg der Besserung.

«Das globale Wachstum bleibt in niedrigem Gang», erklärte der IWF. Für dieses Jahr erwartet der Währungsfonds nur noch ein Wachstum von 2,9 Prozent, das sind 0,3 Prozentpunkte weniger als im Juli-Ausblick. Auch kommendes Jahr dürfte das weltweite Wirtschaftswachstum mit 3,6 Prozent etwas schwächer ausfallen als bisher angenommen.

Paradoxe Rolle der USA

Während die Industriestaaten an Kraft dazugewonnen haben, bereiten dem IWF nun die einstigen Wachstumslokomotiven der Schwellenländer Sorgen. Für China, Russland, Indien und Mexiko korrigierte der Währungsfonds seinen Ausblick nach unten. «Die grossen Nachrichten kommen derzeit aus den Schwellenländern, wo das Wachstum nachlässt - oftmals stärker als wir bisher vorausgesagt haben», schrieb IWF-Chefökonom Olivier Blanchard in seinem Vorwort zu der Prognose.

Eine paradoxe Rolle spielen die Vereinigten Staaten. Zum einen sieht der IWF die grösste Volkswirtschaft der Welt mit einem Wachstum von 1,6 Prozent in diesem und 2,6 Prozent im kommenden Jahr als wichtigen Antreiber der globalen Konjunktur. Zum anderen gehen von den USA erhebliche Risiken aus. Der Währungsfonds warnte in seiner Prognose vor den Folgen einer möglichen Abkehr der US-Notenbank Federal Reserve von ihrer ultralockeren Geldpolitik. Dies könnte Kapitalflüsse in die Schwellenländer eindämmen und dort die Konjunktur weiter abwürgen. Die Fed müsse die geldpolitische Wende «vorsichtig» umsetzen.

Warnung vor Budgetstreit

Ausserdem starrt die Welt gebannt auf den Streit in Washington um die Anhebung der gesetzlichen Schuldenobergrenze, der die USA wie bereits vor zwei Jahren an den Rand der Zahlungsfähigkeit bringt. Sollte der US-Kongress das Schuldenlimit nicht rechtzeitig anheben, drohe «ernsthafter Schaden» für die Weltwirtschaft, warnte der IWF. Das US-Finanzministerium kann nach eigenen Angaben nur noch bis zum 17. Oktober die Verbindlichkeiten auf den Finanzmärkten bedienen.

Risiken für die globale Konjunktur gehen auch weiter vom Euroraum aus. «Die Eurozone muss eine stärkere Währungsunion entwickeln und ihr Finanzsystem aufräumen», schrieb der IWF. Insgesamt bemerkt der Währungsfonds in Europa aber Anzeichen für eine Besserung. Während sich die Lage in Randländern wie Spanien und Griechenland langsam stabilisiere, beginne im Kern des Währungsraums eine Erholung, hiess es in der Wachstumsprognose.

Die Rezession trifft die Eurozone in diesem Jahr demnach etwas weniger hart als beim letzten Ausblick im Juli angenommen. Für 2013 erwartet der IWF nun einen Rückgang der Wirtschaftsleistung in den 17 Euro-Ländern um 0,4 Prozent, das sind 0,1 Prozentpunkte weniger als im Juli. Im kommenden Jahr soll die Wirtschaft in der Eurozone der Prognose zufolge wieder wachsen, allerdings nur um magere 1,0 Prozent.

Schweiz wird weniger wachsen

Für Deutschland hob der Währungsfonds die Wachstumsprognose für 2013 um 0,2 Prozentpunkte auf 0,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) an. Nächstes Jahr soll das BIP der Bundesrepublik um 1,4 Prozent zulegen.

Für die Schweiz erwartet der IWF im nächsten Jahr noch ein Wachstum von 1,7 Prozent, 0,1 Prozent weniger als noch im Juli. Für das Jahr 2014 wird ein Wachstum von 1,8 Prozent erwartet.

SDA/ami

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