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Über 74 Millionen Junge haben keinen Job

Trotz schwacher Wirtschaftserholung: Auf dem weltweiten Arbeitsmarkt ist keine Besserung in Sicht. 202 Millionen Menschen sind arbeitslos – und Junge besonders betroffen. Bis 2018 bleiben die Aussichten düster.

Vor allem im Süden Europas, im Mittleren Osten, in Nordafrika und Ländern Lateinamerikas sind viele Jugendliche arbeitslos: Junge Europäer demonstrieren in Berlin gegen Jugendarbeitlosigkeit. (3. Juli 2013)
Vor allem im Süden Europas, im Mittleren Osten, in Nordafrika und Ländern Lateinamerikas sind viele Jugendliche arbeitslos: Junge Europäer demonstrieren in Berlin gegen Jugendarbeitlosigkeit. (3. Juli 2013)
Keystone

Die weltweit einsetzende schwache wirtschaftliche Erholung hat zu keiner Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt geführt. Weltweit waren Ende des vergangenen Jahres 202 Millionen Menschen arbeitslos. Das sind rund 5 Millionen mehr als im Jahr zuvor, wie die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) heute in Genf mitteilte.

Die Organisation stellt in ihrem neuesten Jahresbericht fest, dass das Beschäftigungswachstum schwach bleibt, die Arbeitslosigkeit vor allem unter jungen Menschen nach wie vor zunimmt, und dass viele entmutigte Personen ausserhalb des Arbeitsmarkts verbleiben.

Die in zahlreichen Branchen erzielten Gewinne würden im Wesentlichen an den Börsenmärkten und nicht in die Realwirtschaft investiert, was die Perspektiven für die Beschäftigung langfristig negativ beeinflusse, teilte die ILO weiter mit.

«Wir müssen unsere Politik überdenken. Wir müssen uns stärker bemühen, um die Generierung von Arbeitsplätzen zu beschleunigen und diejenigen Unternehmen zu unterstützen, die Stellen schaffen», sagte ILO-Generalsekretär Guy Ryder.

Keine Verbesserung bis 2018

Zu den 202 Millionen Arbeitslosen, die einer weltweiten Arbeitslosenrate von 6 Prozent entsprechen, kämen noch 23 Millionen Personen, die keine Arbeit hätten, die Suche nach einer Stelle aber aufgegeben hätten, heisst es im Bericht.

Gemäss den Prognosen der ILO wird die Zahl der Arbeitssuchenden bis 2018 um mehr als 13 Millionen zunehmen und auf über 215 Millionen zu liegen kommen. Bis dahin dürften jährlich rund 40 Millionen neue Stellen geschaffen werden. Diese Zahl ist jedoch geringer als die der 42,6 Millionen Personen, die der ILO zufolge jährlich neu in den Arbeitsmarkt eintreten werden.

Die weltweite Arbeitslosenrate dürfte während der nächsten fünf Jahre konstant bleiben. Sie wird sich der ILO zufolge einen halben Prozentpunkt über dem Vor-Krisen-Niveau einpendeln.

Viele Junge arbeitslos

Besonders beunruhigend ist die Zahl der jungen Arbeitslosen. Rund 74,5 Millionen junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren sind ohne Beschäftigung, eine Million mehr als vor einem Jahr. Die weltweite Arbeitslosenrate unter jungen Menschen liegt bei 13,1 Prozent und damit doppelt so hoch wie die Arbeitslosenquote der Gesamtbevölkerung.

Vor allem im Süden Europas, im Mittleren Osten, in Nordafrika und manchen Ländern Lateinamerikas sind viele Jugendliche arbeitslos.

Der ILO zufolge wird die weltweite Erholung der Beschäftigung durch die anhaltend schwache Nachfrage gebremst. Die drastische Reduktion der öffentlichen Ausgaben in vielen entwickelten Ländern würden die Unternehmen und Haushalte ebenso belasten wie die hohen Abgaben und Konsumsteuern.

SDA/rbi

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