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USA sind die grössere Gefahr als die EU-Schuldenstaaten

Lange befürchteten die Ökonomen, dass Pleitestaaten wie Griechenland die Weltwirtschaft in eine tiefe Krise stürzen. Das Szenario, das die Wirtschaftsexperten jetzt zeichnen, ist nun sogar noch düsterer.

«Wenn die USA als Absatzmarkt teilweise ausfallen würde, gäbe das weltweit eine starke Bremswirkung.»
«Wenn die USA als Absatzmarkt teilweise ausfallen würde, gäbe das weltweit eine starke Bremswirkung.»
Keystone
«Die USA haben nicht nur ein konjunkturelles, sondern ein massives strukturelles Problem»
«Die USA haben nicht nur ein konjunkturelles, sondern ein massives strukturelles Problem»
Keystone
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Die USA könnten die Weltwirtschaft noch stärker in Mitleidenschaft ziehen, als dies bisher die maroden Sorgenstaaten der EU getan haben. Dies befürchten Schweizer Wirtschaftsexperten. «Die USA sind strukturell das viel grössere Risiko für die Weltwirtschaft als die südeuropäischen Länder», sagt etwa Sarasin-Chefökonom Jan Poser gegenüber dem «Sonntag». Er verweist auf die hohe Staatsverschuldung, die laufenden Defizite, aber auch auf das massive Handelsbilanzdefizit.

«Die USA haben nicht nur ein konjunkturelles, sondern ein massives strukturelles Problem», sagt auch Urs Müller, der Direktor der Konjunkturforschungsstelle BAK Basel. Er bezeichnet sich gar als «struktureller US-Pessimist». Der St. Galler Wirtschaftsprofessor Franz Jaeger warnt, die USA seien das grösste Risiko für die Weltwirtschaft. «Portugal, Griechenland, Irland, Spanien, ja selbst Frankreich und Italien haben nie die weltwirtschaftliche Bedeutung der USA. Selbst wenn ganz Europa in einer Krise ist, hat das für die Weltwirtschaft nicht die Bedeutung wie eine Schieflage der USA.»

Asien könnte Geldhahn zudrehen

Urs Müller von BAK Basel warnt vor den gravierenden Folgen, wenn die Chinesen und Japaner den USA den Geldhahn zudrehen. «Wenn sie anfangen, Gelder zurückzuziehen, verschärft sich die Schieflage noch. Dann wird der Dollar weiter sinken, und die Zinsen werden ansteigen.»

Weil die USA dann als Absatzmarkt teilweise ausfallen würde, gäbe das weltweit eine starke Bremswirkung, warnt Martin Neff, Chefökonom der Credit Suisse.

UBS befürchtet Dollarzerfall

Die Grossbank UBS erwartet einen weiteren Wertzerfall des US-Dollars gegenüber dem Schweizer Franken und fast allen weiteren Währungen. Das schreibt sie in einer neuen Finanzmarkt-Studie. «Ohne grundlegendere und energischere Massnahmen zur Beseitigung der Defizite in den USA wird der Dollar langfristig weiter an Kaufkraft verlieren.»

Zusätzlichen Abwertungsdruck sieht die UBS wegen der möglichen Herunterstufung der USA durch weitere Ratingagenturen. Einen kompletten Zusammenbruch des US-Dollars hält die UBS dennoch für «unwahrscheinlich».

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