Zum Hauptinhalt springen

US-Senat nimmt Notenbank unter die Lupe

Der US-Senat hat eine Untersuchung der Vergabe von Zentralbank-Krediten während der Finanzkrise im Jahr 2008 beschlossen.

Muss sich dem Entscheid beugen: US-Notenbankchef Ben Bernanke.
Muss sich dem Entscheid beugen: US-Notenbankchef Ben Bernanke.
Keystone

Der US-Senat hat für eine einmalige Bilanz- und Betriebsprüfung der US-Notenbank Federal Reserve gestimmt. Trotz Gegenwehr von Notenbank-Chef Ben Bernanke beschloss die Kammer am Dienstag ohne Gegenstimmen eine Überprüfung der Unterstützung der Zentralbank für die Wall Street in der Finanzkrise.

Die Fed hatte der Finanzindustrie hatte damals mehr als zwei Billionen Dollar (1,54 Billionen Euro) geliehen, weil sich die einzelnen Banken untereinander misstrauten und keine Kredite mehr gaben. Kritiker warfen den verantwortlichen Zentralbankern daraufhin vor, die Anzeichen der aufziehenden Krise nicht ernst genug genommen und ein zu enges Verhältnis zur Wall Street unterhalten zu haben.

Notenbank-Chef Ben Bernanke wird damit genötigt, die milliardenschweren Hilfen für die Banken detailliert anzugeben. Der Senat segnete einen Zusatz zum geplanten Finanzmarktreformgesetz ab, der es dem US-Rechnungshof GOA nun erlaubt, das damalige Krisenmanagement der Notenbank zu kontrollieren.

Ausstiegsplan wird ausgearbeitet

Einen separaten Entwurf republikanischer Senatoren, die Unterstützung für die angeschlagenen Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac auslaufen zu lassen, lehnte die demokratische Mehrheit ab.

Die beiden Institute sind seit ihrem Beinahe-Kollaps praktisch in Staatsbesitz und wurden von der Regierung mit mehr als 130 Milliarden Dollar gestützt (rund 100 Milliarden Euro). Statt die Unterstützung der Immobilienfinanzierer einzustellen, beschloss der Senat zunächst nur, einen Ausstiegsplan ausarbeiten zu lassen.

Einmaliger Blick

Verglichen mit dem ursprünglichen Entwurf ist das Gesetzesvorhaben deutlich abgeschwächt, da nur ein einmaliger Blick auf die Kreditvergaben der Zentralbank ermöglicht wird.

ddp/sda/jak

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch