Zum Hauptinhalt springen

US-Wirtschaft auf tiefstem Stand seit Rezession

Die US-Wirtschaft wächst im vergangenen Quartal unerwartet schwach. Weltweit reagieren die Börsen mit Abschlägen auf das schlechte Ergebnis. Der SMI verliert über zwei Prozent.

Die US-Wirtschaft ist im zweiten Quartal überraschend schwach gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der weltgrössten Volkswirtschaft stieg von April bis Juni mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 1,3 Prozent, wie das Handelsministerium heute bekanntgab.

Analysten hatten für das zweite Quartal im Schnitt mit einem annualisierten Anstieg von 1,8 Prozent gerechnet. Zudem revidierte das Handelsministerium das Wachstum aus dem ersten Quartal auf 0,4 Prozent nach unten. Ursprünglich war ein Plus von 1,9 Prozent gemeldet worden. Im vierten Quartal 2010 hatte die Konjunktur nur um 2,3 (bisher gemeldet: 3,1) Prozent zugelegt.

Das Vertrauen der US-Konsumenten in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes hat sich weiter eingetrübt. Der entsprechende Index der Nachrichtenagentur Reuters und der Universität Michigan fiel im Juli nach endgültigen Berechnungen von heute auf 63,7 Punkte von 71,5 Zählern im Vormonat.

SMI sinkt fast 2 Prozent

Die schwachen Zahlen haben an den internationalen Finanzmärkten für Abschläge gesorgt. Der Swiss Market Index (SMI) fiel von -1,7 Prozent kurz vor Bekanntgabe der Zahlen auf -2,5 Prozent und kam bei 5726 Punkten zu stehen. Das ist der tiefste Stand seit über zwei Jahren.

Der breite SPI fiel um 2,2 Prozent auf 5272 Punkte. Vor den Zahlen notierte er noch bei 5304 Punkten. Für einen Dollar wurden noch 0,7966 nach 0,8002 Franken bezahlt. Der Euro vergünstigte sich auf 1,1371 von 1,1409 Franken. Gleichzeitig zog der Goldpreis an und der Ölpreis fiel.

Derzeit verhindert vor allem der schwache Arbeitsmarkt ein stärkeres Wachstum. Zuletzt hatte die US-Notenbank betont, dass die Erholung zu Anfang des zweiten Halbjahres an Tempo verloren habe. Sollte sich die Konjunktur in den USA stärker abkühlen als erwartet, dürfte dies auch die globale Wirtschaft bremsen.

Weltweit sorgen sich die Finanzmärkte derzeit vor allem über ein hausgemachtes Problem, das die US-Politik bisher nicht lösen konnte: Republikaner und Demokraten ringen erbittert um eine Anhebung der Schuldenobergrenze des Landes. Sollte dies bis zum Dienstag nicht gelingen, drohen Turbulenzen an den internationalen Märkten und die USA könnten ihr Top-Rating als Schuldner verlieren.

SDA/mrs

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch