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Von wegen mehr Geld für die Japaner

Premier Shinzo Abe ­verspricht höhere Löhne, aber bei der Bevölkerung kommt das nicht an.

Behauptet, dank seiner Abenomics genannten Politik stiegen die Löhne: Premier Shinzo Abe zieht derzeit als Wahlkämpfer durchs Land. Foto: Christopher Jue (Keystone)
Behauptet, dank seiner Abenomics genannten Politik stiegen die Löhne: Premier Shinzo Abe zieht derzeit als Wahlkämpfer durchs Land. Foto: Christopher Jue (Keystone)

Bevor ein japanisches Unternehmen einen Mitarbeiter ins Ausland schickt, organisiert es einen Englischlehrer. Das ist meist dringend nötig. Obwohl die Japaner in der Schule jahrelang Englisch büffeln, sind nur wenige zu simplen ­Gesprächen fähig. Die Tokioter Firma «Sprache & Kultur» (die in Wirklichkeit anders heisst) hat sich darauf spezialisiert, der Wirtschaft solche Hauslehrer zu vermitteln. Jüngst suchte die Firma eine neue Administratorin, eine Sekretärin, die auch organisiert und die Buchhaltung macht. Die Neue ist sympathisch, kompetent und spricht gut Englisch. Sie arbeitet für einen Stundenlohn von 850 Yen, 6.90 Franken, nur 8 Prozent mehr als der gesetzliche Mindestlohn. So schlecht hat die Firma noch niemanden bezahlt. Die Mitarbeiter sind bestürzt. Und alle wissen, das ist der Trend.

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