Zum Hauptinhalt springen

Wall Street schöpft Hoffnung nach Medienbericht

In New York haben die Kurse zum Handelsende deutlich zugelegt. In einem Artikel der «Financial Times» hiess es, China könnte einem grossen Euro-Land zu Hilfe eilen. Die Schweizer Börse schloss im Minus.

Ein Medienbericht hebt die Stimmung: Händler von Barclays Capital an der New York Stock Exchange. (12. September 2011)
Ein Medienbericht hebt die Stimmung: Händler von Barclays Capital an der New York Stock Exchange. (12. September 2011)
Keystone

Laut Händlern sorgte ein Bericht in der «Financial Times» am Montag in der letzten Handelsstunde für kräftigen Aufwind an den US-Börsen. Gemäss der Meldung befindet sich Italien in Gesprächen mit chinesischen Investoren über den Ankauf von Staatsanleihen.

Der Artikel katapultierte den Dow-Jones-Index der Standardwerte kurz vor Schluss 0,6 Prozent ins Plus auf 11'061 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 gewann 0,7 Prozent auf 1162 Punkte.

Im Bericht der «Financial Times» heisst es mit Verweis auf nicht näher benannte Kreise, dass in den Gesprächen von «bedeutenden» Summen die Rede sei. Laut Händlern konnte der Bericht die Anspannung wegen der sich zuspitzenden Schuldenkrise in Europa etwas lösen.

SMI verliert 2,35 Prozent

Der Schweizer Aktienmarkt hat einen schwachen Wochenbeginn hinter sich und am Montag wieder deutlich an Terrain eingebüsst. Händler verwiesen dabei vor allem auf die erneut gestiegenen Sorgen der Anleger wegen der Schuldenkrise, der Zukunft des Euros und der Eurozone.

Die Verluste wurden am Nachmittag allerdings etwas eingegrenzt, nachdem das «Wall Street Journal» (WSJ) auf seiner Internetseite berichtet hatte, dass das hochverschuldete Griechenland die nächste Tranche des ersten Rettungspakets vermutlich erhalten werde.

Zum Schluss verlor der SMI 2,35 Prozent auf 5303,14 Punkte (Tagestief: 5'246). Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) sank derweil um 2,44 Prozent auf 792,62 Zähler und der Swiss Performance Index (SPI) um 2,32 Prozent auf 4832,64 Punkte.

Versicherungen Tauchen

Sehr stark unter Druck standen aufgrund der verstärkten Unsicherheiten in der Eurozone die Versicherer: Swiss Life etwa büssten 4,7 Prozent ein, Zurich Financial 4,3 Prozent oder Baloise 3,9. Der Rückversicherer Swiss Re, dessen Aktie 2,9 Prozent verlor, bestätigte anlässlich eines Branchentreffens in Monte Carlo ausserdem die Erwartungen auf allmählich anziehende Tarife.

Aufgrund der Konjunkturängste gehörten auch einige zyklische Titel zu den grössten Verlierern. So büssten etwa die Titel des in der Ölindustrie tätigen Weatherford 4,8 Prozent ein und waren damit schwächster Blue Chips. Daneben verloren Logitech (-3,7%), Kühne Nagel (-3,0%) oder Adecco (-2,9%) überdurchschnittlich an Terrain.

Banken, Roche und Novartis geben nach

Die Banken, die mit Blick auf die Euro-Sorgen und den Steuerstreit mit den USA zu Handelsbeginn ebenfalls sehr schwach tendierten, erholten sich phasenweise etwas. Trotzdem war das Minus bei CS (-2,4%), UBS (-2,4%) und Julius Bär (-3,3%) am Schluss recht gross.

Die defensiven Schwergewichte, die nach dem SNB-Entscheid von letzter Woche sehr stark zugelegt hatten, büssten am Montag wieder deutlich ein. Roche schlossen am Ende 3,2 Prozent tiefer, Novartis 2,7 Prozent. Etwas besser hielten sich Nestlé mit -1,7 Prozent.

Einziger Gewinner im Blue-Chips-Tableau waren Nobel Biocare (+0,7%). Zweitbester Wert waren Swatch Group (-0,1%). Der Uhrenkonzern beendet die Zusammenarbeit mit Tiffany in der Entwicklung von Tiffany-Uhren. Sonova (-0,5%) entwickelten sich ebenfalls relativ gut.

Euro sackt ab

Auch an den Devisenmärkten wirken sich die erneuten Sorgen in der Eurozone aus. Der Euro sackte zum Dollar unter die Marke von 1,36 Dollar. Um 18:30 stand die Gemeinschaftswährung in New York mit 1,3627 Dollar nur noch leicht im Minus gegenüber dem Vortag.

Zum Franken bewegt sich der Euro dagegen weiterhin oberhalb der von der SNB festgelegten Mindestmarke von 1,20 Franken. Um 18:30 Uhr waren 1,2039 Franken für einen Euro zu zahlen.

Abwärts in Europa

Der Deutsche Aktienindex (Dax) ist am Montag zum ersten Mal seit Juli 2009 unter die Marke von 5000 Punkten gefallen. Der Leitindex ging zwischenzeitlich an der Frankfurter Börse auf 4966 Zähler nach unten, ein Minus von 4,3 Prozent gegenüber dem Schlusswert vom Freitag. Bei Börsenschluss lag der Dax bei 5072 Punkten mit 2,27 Prozent im Minus.

Vor allem die Kurse der Banken standen massiv unter Druck. Der Kurs der Deutschen Bank fiel zwischenzeitlich um fast zehn Prozent und verzeichnete bei Börsenschluss ein Minus von 7,30 Prozent. Der Kurs der Commerzbank liess zwischenzeitlich sogar um 19 Prozent nach, schloss aber mit minus 8,32 Prozent.

Auch an anderen europäischen Handelsplätzen fielen die Kurse. Der Leitindex an der Pariser Börse verlor zwischenzeitlich fünf Prozent und schloss mit 4,03 Prozent im Minus - so tief wie zuletzt im April 2009. In Mailand gaben die Aktien um mehr als vier Prozent nach und gingen mit minus 3,9 Prozent aus dem Handel - das schlechteste Tagesergebnis seit März 2009. Der Leitindex an der Londoner Börse schloss mit 1,6 Prozent im Minus, die Börse in Madrid mit einem Minus von 3,4 Prozent.

Euro-Sorgen belasten asiatische Börsen

Die Börsen in Asien sind unter Druck geraten. Grund waren die überraschende Rücktrittsankündigung von EZB-Chefökonom Jürgen Stark sowie die Sorgen um eine Staatspleite Griechenlands. Mit aller Macht geriet erneut die Befürchtung in den Mittelpunkt des Handels, die Europäer könnten ihre Schuldenkrise nicht in den Griff bekommen.

In Tokio verlor der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 2,31 Prozent auf 8535 Punkte und fiel damit auf den tiefsten Schlusskurs seit April 2009. Der breiter gefasste Topix-Index gab 1,9 Prozent auf 741 Punkte nach.

Auch andere asiatische Börsen mussten Federn lassen: Die Börse in Hongkong verlor mehr als vier Prozent, Singapur gab knapp drei Prozent nach und Korea tendierte mit knapp zwei Prozent im Minus.

dapd/sda/ami/bru

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch