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Wallstreet mit Verlusten nach Kompromiss im US-Budgetstreit

An den Finanzmärkten weicht die anfängliche Erleichterung über die abgewendete Zahlungsunfähigkeit der USA der Ernüchterung. Börsen in Europa und den USA reagierten mit leichten Abgaben.

Die Einigung im US-Haushaltsstreit liess die Märkte weltweit zunächst aufatmen. Gestern Abend stiegen die Aktienkurse. Auch in Asien stiegen die meisten Indizes. In Tokio schloss der Nikkei-Index 0,8 Punkte im Plus. Doch bereits am Morgen kehrte in Europa Ernüchterung ein.

Wichtige Börsenplätze verzeichneten Abgaben. In London stand der FTSE 100 mit 0,25 Prozent im Minus. Der deutsche DAX gab rund 0,6 und der französische CAC 40 gab 0,3 Prozent ab. Eine Ausnahme der Schweizer Leitindex SMI dar. Er lag kurz vor 16 Uhr mit 0,6 Prozent im Plus.

Streit könnte wieder aufflammen

Auch der Handel in den USA startete am Donnerstag verhalten. Der Dow-Jones-Index stand rund eine Stunde nach Handelseröffnung 0,6 Prozent im Minus, der breiter gefasste S&P 500 lag 0,15 Prozent in den roten Zahlen.

Die Unsicherheit über die Finanzpolitik der USA dauert mit dem Kompromiss, den Senat und Repräsentantenhaus in letzter Minute verabschiedet haben, jedoch an. Analysten verwiesen darauf, dass lediglich etwas Zeit gewonnen sei. Denn die eigentlichen Streitpunkte zwischen Demokraten und Republikanern sind keineswegs ausgeräumt. Und so könnte es bereits Anfang des nächsten Jahres zur Neuauflage des Schlagabtausches kommen.

Keine Euphorie an den Märkten

An den Märkten herrschte vorerst vor allem Erleichterung, deutliche Kurssprünge blieben aus. Denn bereits am Mittwoch hatten die Anleger wenige Stunden vor Fristablauf für eine Erhöhung der Schuldenobergrenze mit Hochstimmung auf erste Signale für eine Einigung reagiert.

Doch auch am Anleihemarkt herrschte am Donnerstag gute Stimmung: US-Staatsanleihen waren gefragt und bauten ihre Kursgewinne vom Vortag aus. Im Gegenzug fielen die Zinsen, die Investoren geboten werden müssen. Am Morgen ging der Zinssatz für richtungsweisende zehnjährige US-Anleihen im freien Handel auf 2,65 Prozent zurück, nachdem die Rendite am Vorabend noch bei etwa 2,75 Prozent gelegen hatte. Eine ähnliche Entwicklung zeigte sich auch bei US-Anleihen mit kurzen Laufzeiten.

Shutdown kostet angeblich 24 Milliarden Dollar

Für den eskalierten Finanzstreit haben die USA nach Einschätzung der Ratingagentur Standard & Poor's schon jetzt einen hohen Preis bezahlt. Der Shutdown habe die Wirtschaft bereits 24 Milliarden Dollar gekostet, teilten die Kreditwächter mit.

Der Haushaltsstreit hat nach Beobachtung der US-Notenbank Fed zuletzt auch die Unsicherheit in der US-Konjunkturentwicklung erhöht. In immerhin vier der zwölf Distrikte der Notenbank habe sich das Wachstum abgeschwächt, hiess es in dem am Mittwoch (Ortszeit) veröffentlichten Konjunkturbericht des Fed («Beige Book»). Trotzdem hält die Notenbank an ihrer Gesamtbeurteilung fest und spricht abermals von einem «mässigen bis moderaten» Wirtschaftswachstum.

sda/AFP/ajk

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