Wann das Elektroauto Mainstream wird

Während Tesla-Chef Elon Musk schwere Zeiten durchlebt, prophezeit eine Studie dem Elektroauto eine rosige Zukunft.

Trendsetter im Stress: Elon Musk präsentiert den neuen Tesla Model X. (29. September 2015)

Trendsetter im Stress: Elon Musk präsentiert den neuen Tesla Model X. (29. September 2015) Bild: Keystone

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Elon Musk erlebte wohl schon entspanntere Tage. Hunderttausende haben das neue Elektroauto des Tesla-Chefs vorbestellt. Ob Produktion und Auslieferung klappen werden, steht jedoch in den Sternen. Dabei dürfte die Nachfrage nach Elektroautos in den nächsten Jahren noch stark zunehmen. Damit rechnen zumindest die Analysten von «Bloomberg New Energy Finance» (BNEF).

In ihrer neusten Studie präsentieren sie Prognosen für die Energiezukunft. Sie gehen davon aus, dass nicht nur Elektroautos eine rosige Zukunft haben, sondern auch Wind- und Sonnenenergie. Gleichzeitig warnen sie vor zu viel Euphorie: Um die Erderwärmung zu begrenzen, müsse noch viel getan werden.

Ein Überblick der wichtigsten Erkenntnisse:

  • Das Elektroauto wird Mainstream, und zwar schon relativ bald. Die Nachfrage nach Elektroautos steigt in den nächsten Jahren rasant an, 2040 ist laut den Analysten bereits jedes vierte Auto elektrisch betrieben. Dementsprechend nimmt auch der Energieverbrauch durch Elektroautos stark zu. Bis im Jahr 2040 sollen es 2700 Terawattstunden sein, was dannzumal rund acht Prozent der globalen Stromnachfrage ausmachen wird. Zum Vergleich: 2013 wurden weltweit rund 23'000 Terawattstunden Elektrizität erzeugt.
  • Elektroautos werden die Nachfrage nach Elektrizität ankurbeln. Und das zum bestmöglichen Zeitpunkt, schreiben die Analysten – zumindest für entwickelte Länder wie etwa Deutschland. Weil die Energieeffizienz zunimmt und das Bevölkerungswachstum stagniert, würde dort unter normalen Umständen ein «anhaltender und destabilisierender Rückgang» bei der Nachfrage nach Elektrizität einsetzen. «Elektroautos werden diesen Trend umkehren.»
  • Vom Boom bei den Elektroautos werden auch Batterien profitieren. Denn anders als bei fossilen Energieträgern steigen die Preise bei erneuerbaren Energien nicht mit der Nachfrage, sondern fallen im Gegenteil, weil sich die Technologie weiterentwickelt. Kleine Batteriespeicher dürften in den nächsten Jahren deshalb deutlich billiger werden.
  • Von den effizienteren Batterien profitiert wiederum die Solarenergie. Bis 2040 werden die Kosten für Photovoltaik um 60 Prozent fallen. Kleinere Solaranlagen werden dann bereits 10 Prozent der globalen Erzeugungskapazität ausmachen, in einigen Ländern sogar noch deutlich mehr. Alle Solaranlagen zusammen werden 15 Prozent der gesamten Elektrizität weltweit produzieren. Auch die Windkraft wird deutlich billiger, und zwar 41 Prozent.
  • Das Jahr 2027 wird ein Wendepunkt sein. Ab dann ist es laut der Studie billiger, neue Wind- und Solaranlagen zu bauen, als bestehende Kohle- und Gasanlagen weiterzubetreiben. Vor allem dort, wo CO2-Preise eingeführt wurden.
  • Das wird die Verlagerung hin zu erneuerbaren Energien beschleunigen. Doch trotzdem passiert immer noch nicht genug, um die globale Erwärmung zu stoppen. Ergreifen die Regierungen keine zusätzlichen Massnahmen, wird der CO2-Ausstoss durch die Stromproduktion 2020 einen Peak erreichen und dann relativ stabil bleiben. Das reicht nicht aus, um die Erderwärmung auf 2 Grad zu begrenzen, so wie es an der Klimakonferenz in Paris beschlossen wurde. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen bis 2040 zusätzlich 5,3 Billionen Dollar in klimafreundliche Energie investiert werden.

(fko)

Erstellt: 14.06.2016, 19:07 Uhr

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