Wetten auf kräftige EZB-Zinssenkung

Investoren glauben, die europäische Notenbank könnte die Zinsen noch stärker in den negativen Bereich drücken als bisher angenommen.

Die Augen der Investoren sind auf ihn gerichtet: Was tut EZB-Präsident Mario Draghi am 12. September? Foto: Keystone

Die Augen der Investoren sind auf ihn gerichtet: Was tut EZB-Präsident Mario Draghi am 12. September? Foto: Keystone

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Investoren am Geldmarkt spekulieren immer stärker auf eine kräftige Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) noch in diesem Monat. Dort wird die Wahrscheinlichkeit auf 60 Prozent taxiert, dass die Währungshüter auf ihrer Sitzung am 12. September den Einlagensatz noch tiefer in den negativen Bereich auf minus 0,6 Prozent senken werden, wie am Montag aus den Kursen hervorging.

Gegenwärtig liegt er bei minus 0,4 Prozent. Eine Senkung auf mindestens minus 0,5 Prozent gilt am Geldmarkt bereits als sicher. Das Minuszeichen bedeutet, dass Banken Strafzinsen zahlen müssen, wenn sie bei der EZB überschüssige Liquidität horten. Die Zentralbank will damit die Kreditvergabe ankurbeln, um die maue Wirtschaft und die unerwünscht niedrige Inflation anzuschieben.

Die Investoren stützen ihre Erwartungen auf die Kursentwicklung von Finanzinstrumenten. Dabei haben sie die Futures auf den Interbanken-Zins Eonia am 12. September im Blick. Das sind Wetten auf den Stand des Satzes zur EZB-Zinssitzung. Im Eonia-Zins spiegelt sich wider, zu welchem Satz sich Banken untereinander über Nacht Geld ausleihen. Aus der Differenz zwischen dem gegenwärtigen Zins und den Futures leiten Geldmarktexperten Wahrscheinlichkeiten für Änderungen des Einlagensatzes durch die EZB ab.

Die Euro-Wächter hatten auf ihrem jüngsten Zinstreffen im Juli wegen der vermehrten Konjunktursorgen die Tür hin zu einer weiteren Lockerung ihrer Geldpolitik weit aufgestossen. Sie verständigten sich darauf, eine Vielzahl von Schritten zu prüfen – darunter Zinssenkungen und erneute Anleihenkäufe, mit denen Geld in die Wirtschaft gepumpt werden könnte. Aus dem Protokoll des Treffens geht hervor, dass sie wenn nötig statt Einzelschritten ein Massnahmenpaket bevorzugen. (Reuters)

Erstellt: 02.09.2019, 12:34 Uhr

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