Zum Hauptinhalt springen

Wieso Kreditkartengebühren so hoch sind

Fast jeder zahlt sie, aber nur wenige kennen sich damit aus: Gebühren für Kreditkarten. Die Kommissionen sind oft nicht auf den Abrechnungen vermerkt. Nun soll sich die Wettbewerbskommission damit befassen.

In der Schweiz sind 5,5 Millionen Kreditkarten im Umlauf: Mastercard- und Visa-Kreditkarten.
In der Schweiz sind 5,5 Millionen Kreditkarten im Umlauf: Mastercard- und Visa-Kreditkarten.
Keystone

Wer auf der Website von Swiss einen Flug bucht und auf Bezahlung mit Kreditkarte klickt, staunt beim Blick auf die Endabrechnung nicht schlecht: Satte 22 Franken verlangt die Fluggesellschaft für Tickets, die mit Kreditkarte bezahlt werden.

Der Betrag scheint hoch, bedenkt man, dass heutzutage fast jeder eine Kreditkarte besitzt. Tatsächlich waren Ende 2011 5,5 Millionen Kreditkarten von Schweizer Herausgebern (Issuer) wie UBS, Credit Suisse, Cornèr und Vicesca im Umlauf.

200 Millionen durch Interchange Fee

Doch Swiss sackt die 22 Franken nicht selbst ein. Mit dieser Gebühr deckt sie lediglich die Händlerkommission, die Firmen an sogenannte Acquirer wie Swisscard, Six oder Aduno abgeben müssen. Um diese Kosten zu decken, verlangt nicht nur die Schweizer Airline eine Abgabe. Auch Digitec erhebt laut der NZZ auf ihre Ware noch eine zusätzliche Kommission von 2,5 bis 3,5 Prozent.

Aber auch die Acquirer stecken die Zusatzeinnahmen nicht in das eigene Portemonnaie. Für sie wird die sogenannte Interchange Fee fällig. 0,99 Prozent des Zahlungsbetrags müssen sie den Kreditkartenherausgebern abliefern. Im Jahr 2011 belief sich die Gesamtsumme der Interchange Fee auf rund 200 Millionen Franken.

Prüfung durch externe Revisionsstelle

Nun stehen laut einem Bericht der «Neuen Zürcher Zeitung» noch in diesem Jahr Neuverhandlungen zur Interchange Fee an. Eine externe Revisionsstelle soll die Kostenzusammenstellung prüfen, bis im Januar 2013 muss die Weko schliesslich die bestehenden Vereinbarungen verlängern oder neu mit den Marktteilnehmern verhandeln.

Die Interchange Fee sorgt seit Jahren für heisse Diskussionen. Der Verband elektronischer Zahlungsverkehr fordert in seinem neuen Jahresbericht den Verzicht auf die Kommission. Für ihn wäre das Kreditkartengeschäft auch ohne eine solche rentabel, da der Gewinn über das Zins- und Währungsgeschäft und andere Gebühren erzielt werden könne. Auf der Gegenseite stehen die Kreditkartenherausgeber. Sie kämpfen gegen weitere Senkungen oder gar die Abschaffung der Interchange Fee.

In der Tat wurden die Gebühren in den letzten Jahren gesenkt – durch regulatorische Interventionen der Weko. Im Jahr 2003 betrug die Gebühr noch ungefähr 1,4 Prozent, also 0,41 Prozent mehr als heute.

Klarer Trend im Ausland

Wohin die Reise geht, bleibt offen – zumindest in der Schweiz. Denn international scheint der Trend klarer. Laut dem Bericht hat der Luxemburger Gerichtshof der EU in erster Instanz die Interchange Fee bei grenzüberschreitenden Kreditkartenzahlungen verboten.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch