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«Wir haben eine Diktatur der Finanzmärkte»

Laut dem Soziologen Wolfgang Streeck orientieren sich die europäischen Regierungen zu sehr an den Interessen des Marktes. Er fordert die Abschaffung des Euro und höhere Steuern für Reiche und Unternehmen.

«Ein Zündfunke kann genügen», glaubt Wolfgang Streeck: Polizeieinsatz gegen Occupy-Aktivisten in New York im Oktober 2011.
«Ein Zündfunke kann genügen», glaubt Wolfgang Streeck: Polizeieinsatz gegen Occupy-Aktivisten in New York im Oktober 2011.
Bebeto Matthews, Keystone

In Ihrem gerade erschienenen Buch «Gekaufte Zeit» kritisieren Sie die Austeritätspolitik, die die EU den Südstaaten Europas aufzwingt. Aber ist die nicht ein Erfolg? Verbessern sich nicht die Kennzahlen dieser Länder, ist nicht in der Finanzkrise Ruhe eingekehrt? Wieso es sich um «Ruhe» handeln soll, wenn in Spanien und Griechenland 50 Prozent der jungen Menschen arbeitslos sind, entzieht sich mir. Die Zinssätze verbessern sich, weil die Europäische Zentralbank den Gläubigern die Rückzahlung ihrer Darlehen garantiert hat, letzten Endes auf Kosten der Steuerzahler in den nördlichen Ländern. Die Leistungsbilanz Griechenlands und anderer Länder verbessert sich, weil die Löhne, Renten und Gesundheitsausgaben so gekürzt wurden, dass breite Kreise der Bevölkerung in Armut leben.

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