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Yellen als neue Fed-Chefin vereidigt

Einstand vor Notenbank-Führungskräften und Nobelpreisträger: Janet Yellen trat in Washington offiziell ihr Amt als neue Fed-Chefin an. Auch Vorgänger Ben Bernanke hat offenbar schon einen neuen Posten.

Hielt keine Rede: Janet Yellen bei ihrer Vereidigung. (3. Februar 2014)
Hielt keine Rede: Janet Yellen bei ihrer Vereidigung. (3. Februar 2014)
Reuters

Die mächtigste Notenbank der Welt hat erstmals eine Frau an ihrer Spitze. Janet Yellen hat ihr Amt als Vorsitzende der Federal Reserve angetreten. Sie muss die beispiellose Krisenpolitik der US-Notenbank zurückfahren, ohne die Märkte zu verängstigen.

Die Volkswirtin Janet Yellen hat offiziell ihr Amt als neue Vorsitzende der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) angetreten. Die 67-Jährige wurde am in Washington feierlich im Sitzungssaal des Gouverneursrates vereidigt.

Sie ist die erste Frau auf dem Posten in der 100-jährigen Geschichte der mächtigen Zentralbank. Yellen übernimmt das Amt von Ben Bernanke, dessen Vertrag am vergangenen Freitag nach acht Jahren ausgelaufen war.

Leitzins auf historischem Tief

An der Zeremonie nahmen hochrangige Vertreter der Zentralbank sowie Yellens Ehemann, der Wirtschaftsnobelpreisträger George Akerloff, teil. Eine Ansprache hielt sie nicht. Die gebürtige New Yorkerin war bislang Bernankes Stellvertreterin. Experten erwarten, dass sie seinen Kurs fortsetzt.

Derzeit reduziert die Fed schrittweise ihre milliardenschweren Käufe von langfristigen Staatsanleihen und Immobilienpapieren. Dies wird als langsamer Ausstieg aus der Politik des extrem lockeren Geldes verstanden, die nach der Wirtschaftskrise ergriffen wurde. Der Leitzins hingegen bleibt auf dem historischen Tiefstand zwischen null und 0,25 Prozent - bis die Konjunktur deutlich stabiler ist.

Bernanke zum Brookings-Institut

US-Präsident Barack Obama hatte die Ex-Wirtschaftsprofessorin im Oktober vergangenen Jahres nominiert, nachdem sein Wunschkandidat Larry Summers nach erheblichem Wiederstand seine Kandidatur zurückgezogen hatte. Der Senat hatte ihrer Berufung im Januar mit deutlicher Mehrheit zugestimmt. Ihre erste Amtszeit läuft bis zum 3. Februar 2018, kann aber jederzeit verlängert werden.

Bernanke hat derweil beim renommierten Washingtoner Institut Brookings angeheuert, wie bekannt wurde. In der Wirtschaftsabteilung des Thinktanks solle bei der Aufarbeitung der jüngsten schweren Wirtschaftskrise mithelfen. Da er als Fed-Chef an vorderster Front gestanden habe, sei er für die Aufgabe perfekt geeignet, teilte Brookings mit.

Das 1916 gegründete Institut ist fast so alt wie die Federal Reserve, die voriges Jahr ihren hundertsten Geburtstag feierte. «Willkommen an Bord», heisst es im Begrüssungstext an die Adresse Bernankes.

Erfolgreiche Staatsanleihenkäufe

Der einst mächtigste Notenbanker der Welt könne sich nun auf weniger hektische Zeiten einstellen: «Er muss nicht jeden Tag nach dem Aufstehen auf seinen Computer schauen, was an den asiatischen Märkten läuft», heisst es darin. Stattdessen habe Bernanke künftig viel Zeit, das Geschehene zu analysieren.

Bernanke gab bei einer seiner letzten grossen Auftritte im Amt Mitte Januar auf einer Veranstaltung der Brookings Institution bekannt, dass ihm die Finanzkrise «mehr als eine schlaflose Nacht» beschert habe. Zugleich hatte er bei dieser Gelegenheit mit seinen Kritikern abgerechnet, die seine unkonventionelle Geldpolitik wegen potenzieller Gefahren für die Preisentwicklung geisselten.

Die Staatsanleihenkäufe zum Ankurbeln der Wirtschaft - im Fachjargon Quantitative Easing genannt - seien erfolgreich gewesen. «Das Problem mit der Quantitativen Lockerung ist nur, dass sie in der Praxis funktioniert, nicht aber in der Theorie.» Den Beweis dafür muss seine Nachfolgerin Janet Yellen antreten.

(SDA)

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