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Zweiter Rang für Janet Yellen

Ein erfolgreicher Fed-Chef muss vor allem zweierlei können: glaubwürdig und verständlich kommunizieren. Eine US-Firma untersuchte mit modernsten Mitteln, wie Janet Yellen diesbezüglich abschneidet.

Viel Glaubwürdigkeit, aber wenig Selbstvertrauen: Janet Yellen, die am 1. Februar den Posten an der Spitze des Fed übernimmt.
Viel Glaubwürdigkeit, aber wenig Selbstvertrauen: Janet Yellen, die am 1. Februar den Posten an der Spitze des Fed übernimmt.
AFP
Um ihn zu verstehen, braucht es 18 Jahre Schulbildung: Yellens Vorgänger Ben Bernanke.
Um ihn zu verstehen, braucht es 18 Jahre Schulbildung: Yellens Vorgänger Ben Bernanke.
AFP
Schnitt über alle Kategorien hinweg am besten ab: Paul Volcker, Fed-Vorsteher von August 1979 bis August 1987.
Schnitt über alle Kategorien hinweg am besten ab: Paul Volcker, Fed-Vorsteher von August 1979 bis August 1987.
AFP
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Nach der Wahl Janet Yellens zur neuen Präsidentin der US-Notenbank Fed wurde deshalb viel über ihre «communication skills» debattiert – gerade angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen und der weiterhin lockeren Geldpolitik des Fed sei es umso wichtiger, dass sie die Entscheidungen der Notenbank transparent und glaubwürdig kommunizieren könne. Eine Zentralbank-Chefin, die nicht glaubwürdig wirke, habe ein Problem, denn Geldpolitik ohne das Vertrauen der Öffentlichkeit zu betreiben, sei schwierig.

Ein texanisches Forschungsunternehmen hat nun versucht, die kommunikativen Fähigkeiten von Yellen statistisch zu erfassen und sie mit jenen ihrer drei Fed-Vorgänger zu vergleichen, wie das «Wall Street Journal» berichtet. Es entwickelte einen Kommunikations-Index, bestehend aus drei Kategorien: Klarheit, Glaubwürdigkeit und Selbstvertrauen. Der Index wurde dann auf Text-, Audio- und Video-Statements der bisherigen Fed-Präsidenten seit 1979 angewandt und mit den Datensätzen von 24'000 anderen Menschen verglichen, um ein Ranking für die Effektivität der Kommunikation zu erhalten.

Wenig selbstbewusst, aber glaubwürdig

Das Resultat ist aus Yellens Sicht durchzogen. In Sachen Glaubwürdigkeit und Klarheit landet sie auf Platz eins beziehungsweise zwei, in der Kategorie Selbstvertrauen erreichte sie die tiefste Punktzahl. Über alle Kategorien hinweg schneidet Yellen am zweitbesten ab. Besser sind laut der Studie nur noch die Kommunikationsfähigkeiten von Paul Volcker, der dem Fed von August 1979 bis August 1987 vorstand. Hinter Yellen landet Alan Greenspan auf Platz drei (11. August 1987 bis 31. Januar 2006), der scheidende Ben Bernanke bildet das Schlusslicht (seit 1. Februar 2006).

Das Forschungsunternehmen hat zudem untersucht, wie verständlich die Fed-Vorsteher kommunizieren – beziehungsweise wie gebildet ein Zuhörer sein muss, um die Statements der Zentralbanker zu verstehen. Und hier schneidet Yellen wieder am besten ab: Ihre Aussagen sind so verständlich, dass 12,8 Jahre Schulbildung reichen, um ihr folgen zu können. Ihre Vorgänger drückten sich offenbar umständlicher aus: Volckers Statements sind erst ab 14,6 Jahren Schulbildung verständlich, jene von Greenspan ab 15,9 und jene von Bernanke gar erst ab 18 Jahren.

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