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Kontroverse um Einigung zwischen Swatch und Weko

Die Swatch Group und die Wettbewerbskommission (Weko) haben sich bezüglich der Lieferung von Komponenten auf einen Kompromiss verständigt.

Bis Ende August können sich die Uhrenhersteller dazu äussern. Bereits zeigt sich: Einige sind damit gar nicht einverstanden. «Wir sind zwischen acht und neun Uhrenhersteller, die klar gegen den Entwurf sind», sagte Alain Spinedi, Direktor der jurassischen Uhrenmarke Louis Erard, am Donnerstagabend dem Westschweizer Radio RTS. Die Weko wollte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda keine weiteren Informationen geben. Laut der Westschweizer Zeitung «Le Temps» hat die Weko bereits zwei bis drei Antworten von Uhrenherstellern erhalten. Im Juni war der Entwurf der Einigung zwischen der Weko und der Swatch Group den Uhrenherstellern unterbreitet worden. Das vertrauliche Papier wurde inzwischen von der Webseite Business Montres veröffentlicht. Laut dem Entwurf würde die Swatch Group zwischen 2014 und 2015 Uhrwerke im Umfang von nicht mehr als 70 Prozent der Menge im Jahr 2010 liefern, in den folgenden zwei Jahren nicht mehr als 50 Prozent, danach 30 Prozent. Die Lieferungen von so genannten Assortiments sollen alle zwei Jahre um 10 bis 20 Prozent reduziert werden. Die Preise könnten jährlich um 5 bis 10 Prozent ansteigen. Fristen zu kurz «Diese Fristen genügen den Marken der mittleren Preisklasse nicht, um neue Lieferanten zu finden», kritisiert Spinedi. Dadurch würde das Wachstum dieser Firmen verlangsamt. Eine Alternative zum Einkauf von Uhrwerken gebe es in dieser Preisklasse nicht: Angesichts der Produktionskosten würde man sonst keine Uhren zwischen 750 und 2500 Franken mehr finden, sagt Spinedi. Für Unternehmen, die von der Swatch-Tochter ETA Uhrwerke bestellen, modifizieren und weiterverkaufen sieht der Entwurf eine besonders drastische Reduktion der Lieferungen vor: Um 50 Prozent im Jahr 2014 und 75 Prozent im Jahr 2015. Diese Regelung würde laut Spinedi beispielsweise den Uhrenhersteller Sellita hart treffen, da dieser sich auf die Montage mechanischer Automatikuhrwerke spezialisiert hat. Sellita hätte keine Zeit um den Verlust seines Hauptlieferanten zu kompensieren, sagt Spinedi. Vorsorgliche Massnahmen Die Weko prüft seit letztem Sommer, ob die Swatch Group mit ihrem angekündigten Herstellungsstopp von Uhrwerkkomponenten für andere Uhrenhersteller gegen das Kartellgesetz verstösst. Bereits seit September 2009 ermittelt die Weko zudem gegen die Swatch-Tochter ETA wegen möglichen Missbrauchs der Marktstellung. Da dieses Verfahren von der neuen Untersuchung beeinflusst werden könnte, wurde es vorübergehend sistiert. Die Weko hat bereits vorsorgliche Massnahmen getroffen, die es der Swatch Group erlauben, weniger Komponenten zu liefern. Die Lieferungen mechanischer Uhrwerke werden auf 85 Prozent und jene von so genannten Assortiments auf 95 Prozent der Menge des Jahres 2010 zu reduziert. Wegen dieser Massnahmen waren mehrere Firmen ans Bundesverwaltungsgericht gelangt, das die Massnahmen der Weko aber im September bestätigte. Ende Mai verlängerte die Weko die vorsorglichen Massnahmen bis Ende 2013.

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