Lästige Werbeanrufe sind das grösste Ärgernis

Der Konsumentschutz zeigt, worüber sich die Schweizer dieses Jahr am meisten aufregen. Deutlich gestiegen ist der Ärger über die Hochpreisinsel Schweiz.

Jeder dritte Schweizer fühlt sich durch ungewollte Telefonanrufe belästigt: Mitarbeiter eines Callcenters bei der Arbeit. (Archiv)

Jeder dritte Schweizer fühlt sich durch ungewollte Telefonanrufe belästigt: Mitarbeiter eines Callcenters bei der Arbeit. (Archiv) Bild: Martin Ruetschi/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten haben sich auch im ablaufenden Jahr am meisten über unerwünschte Werbeanrufe trotz Sterneintrags im Telefonbuch und damit zusammenhängende Geschäfte geärgert. 36 Prozent der Beratungen beim Konsumentenschutz entfielen darauf.

Das sind noch leicht mehr als im Vorjahr, als der Anteil 33 Prozent betrug, wie die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) am Montag zur jährlichen Ärgerliste mitteilte.

Abgelehnte Garantieforderungen

Hinter den Werbeanrufen reihen sich unerlaubte Inkasso-Forderungen mit 14 Prozent in die Reihenfolge der Nervensägen ein. Dabei handelt es sich etwa um einen «Verzugsschaden», den ein Inkassobüro geltend macht, obwohl sich eine Zahlung mit der Mahnung des Büros kreuzte. Wie die SKS schreibt, könnten sich solche Praktiken im kommenden Jahr aufgrund der Verjährung von Verlustscheinen häufen.

Ärgernis Nummer drei sind abgelehnte Garantieforderungen. Mit 10 Prozent der Beratungen ging ihr Anteil indessen leicht zurück. Oft werden Garantieforderungen für Handys und Kameras wegen angeblichem Selbstverschulden abgelehnt.

Auch der Swisspass nervt

Deutlich gestiegen ist der Ärger über die Hochpreisinsel Schweiz. Nach nur 2 Prozent der Beratungen 2014 betrafen im laufenden Jahr 7 Prozent der Klagen die hohen Preise in der Schweiz - etwa bei europaweiten Modeketten.

Die SKS hält einen Aufpreis von 15 Prozent wegen Mieten, Infrastrukturkosten und Wechselkursschwankungen noch für gerechtfertigt. Verlangt aber ein Kleiderladen für einen Mantel 60 Prozent mehr als in Spanien, geht das gemäss Konsumentenschutz zu weit.

Unter dem Kapitel Transport lässt sich der Ärger Nummer fünf zusammenfassen. 5 Prozent der Beratungen fallen darunter und damit leicht mehr als 2014. Dabei ging den Konsumenten etwa der neue «SwissPass» anstelle der Halbtax- und GA-Karten auf die Nerven. Dieser verlängert sich ohne Kündigung automatisch. Für rote Köpfe sorgte auch der Abgasskandal des Autobauers Volkswagen. (dia/sda)

Erstellt: 08.12.2015, 12:51 Uhr

Artikel zum Thema

Beschwerdeflut gegen Werbeanrufe

Wen nervt das nicht: Trotz Stern hinter der Telefonnummer klingelts beim Kochen. Das Hauptproblem liegt angeblich bei Anrufen aus dem Ausland mit einer Schweizer Rufnummer. Mehr...

Tausende beschweren sich über lästige Werbeanrufe

Seit April 2012 machen sich Unternehmen strafbar, die den Sterneintrag im Telefonbuch systematisch missachten. 11'500 Beschwerden in 15 Monaten gingen ein. Doch der juristische Gegenschlag ist kompliziert. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Die Kunst des Überlebens: In der Royal Academy of Arts in London schwimmen 50 Ohrenquallen als Teil einer Kunstinstallation in ihrem Aquarium. Die Meerestiere sind einige der wenigen, die vom Klimawandel profitieren. (20. November 2019)
(Bild: Hollie Adams/Getty Images) Mehr...