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London reformiert Banken-Regeln - aber erst ab 2019

London Grossbritannien will seine vielgescholtene Londoner City härter an die Kandare nehmen - allerdings nicht in den nächsten acht Jahren.

Von 2019 an sollen die Banken ihr Investmentbanking strikt etwa vom Privatkundengeschäft mit Spareinlagen und Kleinkrediten trennen, kündigte Finanzminister George Osborne am Montag an. Osborne übernahm damit die Schlüsselforderungen einer Expertenkommission (ICB), die bereits im September vorgestellt worden waren. Die Reformen werden die City jährlich zwischen 3,5 und 8 Milliarden Pfund kosten, sagte Osborne. Die britische Wirtschaftsleistung werde dadurch um 0,8 bis 1,8 Milliarden Pfund gemindert. Die Kosten würden jedoch bei weitem wieder hereingespielt durch das geringere Risiko eines weiteren Bankenbankrotts, der in eine neue Finanzkrise münden und jährlich nach Berechnungen seines Ministeriums mindestens 9,5 Milliarden Pfund kosten könnte. Grössere Geschäftsbanken müssten dann eine harte Kernkapitalquote von mindestens zehn Prozent vorweisen. Die Royal Bank of Scotland, eine von mehreren Grossbanken, die in der Finanzkrise 2008 mit Steuer-Milliarden gerettet werden mussten und heute zu 83 Prozent dem Staat gehört, muss ihre Risikogeschäfte deutlich eindämmen. Die neuen Regelungen sollen 2015 in Gesetzestexte gegossen werden. Im Kern werden sie erst Ende 2019 in Kraft treten. Für Kritiker kommen die Reform deutlich zu spät und gehen nicht weit genug. Der frühere Labour-Finanzminister Alistair Darling, während der Finanzkrise im Amt, sagte, die Neuerungen hätten beispielsweise die Pleite-Bank Northern Rock nicht gerettet.

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