Mehr Frauen im Verwaltungsrat als auf dem Chefsessel

Zahlen von zehn Weltkonzernen zeigen, dass die Gleichstellung in Unternehmen an der Grenze der Ausgewogenheit ist. Nachholbedarf gibt es vor allem bei Führungspositionen.

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Frauen erhalten eher eine Position im Verwaltungsrat als eine Führungsrolle in einem Unternehmen. Das geht aus dem ersten Gleichstellungsbericht hervor, den die UNO-Initiative «HeForShe» am Donnerstag anlässlich des WEF in Davos präsentiert hat.

Ziel der 2014 lancierten Initiative ist es, bis 2030 eine weltweite Gleichberechtigung und Mitwirkungsmöglichkeit für Frauen und Mädchen zu erreichen. Zu diesem Zweck wurde das Programm «Impact 10x10x10» lanciert, das Staatsoberhäupter, Universitäten und Unternehmen miteinbezieht.

Jährliche Veröffentlichung

Für die Studie haben zehn namhafte Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen Daten über die Geschlechteranteile in ihrer Firma geliefert. Sie verpflichteten sich zudem, die Zahlen zwecks Überprüfung der Fortschritte fortan jährlich zu veröffentlichen.

Bei den Unternehmen handelt es sich um AccorHotels, Barclays, Koç Holding, McKinsey & Company, PricewaterhouseCoopers, Schneider Electric, Tupperware Brands, Twitter, Unilever und Vodafone. Zusammen beschäftigen sie über eine Million Angestellte in 190 Ländern.

Mehrere Initiativen lanciert

Laut der vorgelegten Kennzahlen aus dem Jahr 2014 betrug der Prozentsatz Frauen an der Gesamtzahl der Angestellten 39,7 Prozent. Von Gleichstellung sei dann die Rede, wenn die Vertretung eines Geschlechts in einer Gruppe zwischen 40 und 60 Prozent betrage, heisst es im Bericht. Bei fünf der zehn Unternehmen sei dies der Fall, der Durchschnittswert liege nahe an der Grenze der Ausgewogenheit.

Grössten Nachholbedarf ortet der Bericht bei der weiblichen Vertretung in Führungspositionen. Hier liegt der Frauenanteil bei 26,7 Prozent - das ist gar noch tiefer als jener von Frauen in Verwaltungsräten (28,6 Prozent). Von allen Neuangestellten waren 39,9 Prozent Frauen.

Die Vertreter der zehn Unternehmen haben sich auf drei Grundvereinbarungen verpflichtet: Sie unterzeichneten die UNO-Mitwirkungsprinzipien für Frauen (WEP), lancierten die Initiative «HeForShe» firmenintern und müssen sich persönlich als Führungspersonen in ihrem Unternehmen für die Initiative einsetzen. (dia/sda)

Erstellt: 22.01.2016, 10:42 Uhr

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