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Millionen fürs Aufräumen

Bei CS-Chef Tidjane Thiam und VR-Präsident Urs Rohner bleiben trotz schlechter Zahlen die Saläre hoch.

Trotz Verlust ein hohes Salär: CS-Chef Tidjane Thiam und CS-Präsident Urs Rohner (Archivbild).
Trotz Verlust ein hohes Salär: CS-Chef Tidjane Thiam und CS-Präsident Urs Rohner (Archivbild).
Dominic Steinmann, Keystone

Es war kein gutes Jahr für die Credit Suisse. Die Bank schrieb 2016 einen Verlust von 2,7 Milliarden Franken. Dennoch erhielten die beiden höchsten CS-Mitarbeiter einen stattlichen Lohn. CS-Chef Tidjane Thiam bringt es auf ein Salär von 11,9 Millionen Franken. CS-Präsident Urs Rohner kommt auf eine Vergütung von fast 4 Millionen Franken.

Die Bank definiert den Erfolg ihrer Spitzenleute derzeit nicht nur über das Unternehmensergebnis. Der Verwaltungsrat der CS stellt Thiam nämlich für 2016 ein gutes Zeugnis aus. So lobt der VR im Vergütungsbericht seine Leistung. Die Bank habe unter seiner Führung die Kosten gesenkt. Zudem habe er dafür gesorgt, dass sie über eine stärkere Kapitalbasis verfüge. Damit komme das Institut mit der Umsetzung der Strategie voran.

UBS-Ermotti mit kleinerem Fixlohn

Im Vergleich zum Vorjahr ging das Salär von CS-Chef Thiam deutlich zurück. Damals verdiente er 18,9 Millionen Franken, allerdings weil ihn die Bank für versprochene Boni seines früheren Arbeitgebers Prudential entschädigte. Nach der Einbusse verdiente Thiam zuletzt auch weniger als sein UBS-Kollege Sergio Ermotti. Der Tessiner kam im letzten Jahr auf ein Salär von 13,7 Millionen Franken. Doch hat die UBS auch ein solides Jahr hinter sich gebracht. Zwar halbierte sich der Gewinn der grössten Schweizer Bank gegenüber 2015, doch belief er sich 2016 noch immer auf rund 3 Milliarden Franken.

Interessant ist, dass Ermotti das deutlich tiefere Grundgehalt als Thiam bezieht. Beim UBS-Chef macht dieses 2,8 Millionen Franken aus, bei Thiam sind es rund 3,7 Millionen Franken. Die variable, sprich erfolgsabhängige Komponente des Lohns ist also bei Ermotti deutlich höher.

Ganz anders sieht es bei John Cryan aus. Der Chef der Deutschen Bank und ehemalige Finanzchef der UBS hat jüngst ganz auf seinen variablen Lohn verzichtet. Er erhält «nur» einen Fixlohn von 3,8 Millionen Euro. Damit geht er mit einem guten Beispiel voran. Denn der Bank geht es schlecht und Cryan soll dafür sorgen, dass sie bald wieder solider dasteht. Die Deutsche Bank hat im vergangenen Jahr einen Verlust von 1,4 Milliarden Euro geschrieben. Erst vor wenigen Tagen lancierte sie eine Kapitalerhöhung, mit der sie 8 Milliarden Euro frisches Kapital aufnehmen will.

Jüngst nahmen auch bei der CS die Gerüchte Fahrt auf, dass eine Kapitalerhöhung bevorstehe. Ein Zeichen dafür, dass eine entsprechende Ankündigung bald folgen könnte. Für die Aktionäre ist das keine gute Nachricht.

Geld für das Entsorgen der Altlasten

Thiam selbst sagte kürzlich gegenüber der «Finanz und Wirtschaft», dass es kein guter Anreiz wäre, das Management von heute für die Fehler der früheren Chefs bezahlen zu lassen. Auf sich bezogen stimmt das. Der CS-Chef hat sein Amt 2015 mit dem Auftrag angetreten, das Institut von seinen teuren Altlasten zu befreien und in ruhigere Bahnen zu lenken. Die Baustellen wurden ihm von seinem Vorgänger Brady Dougan hinterlassen. Thiams Erfolg lässt sich nicht am Verlust der CS messen – zumindest noch nicht. 2016 sei ein Übergangsjahr. Ob es 2017 besser wird, lässt er offen.

Als Aufräumer war Thiam zuletzt erfolgreich. Die Bank hat Ende des letzten Jahres den grössten Rechtsstreit beendet. Das US-Hypothekenverfahren könnte sie zwar insgesamt mehr als 5 Milliarden Franken kosten. Die Bank braucht aber noch immer frisches Kapital, wenn auch weniger, als noch vor einigen Monaten befürchtet wurde. Auch hier sorgte Thiam damit für eine Verbesserung. Die CS könnte daher auch auf den teilweisen Börsengang ihrer Schweizer Tochter verzichten.

Heute gab die Bank auch bekannt, dass der Verlust für das vergangene Jahr höher ausfällt, als zuerst vermeldet wurde. Statt 2,4 Milliarden Franken weist sie einen um 300 Millionen Franken höheren Verlust für das vergangene Jahr aus. Die Bank hat mehr Rückstellungen für Rechtsrisiken verbucht. Oder kurz: Die Bank hat noch besser aufgeräumt.

Die Vergütung von CS-Präsident Rohner steigt

Wenig begründet ist die gestiegene Vergütung von CS-Präsident Rohner von rund 4 Millionen Franken. Er ist seit 2009 im Verwaltungsrat, seit 2011 dessen Präsident. Seine Gesamtvergütung ist im Vergleich zum Vorjahr, das ebenfalls mit einem grossen Verlust endete, angestiegen.

Damals verdiente er rund 3,2 Millionen Franken. Im letzten Jahr erhielt Rohner sein Salär komplett in bar. Dieses Jahr werden ihm die zusätzlichen 750'000 Franken in Form von CS-Aktien ausbezahlt. Die CS-Aktien haben heute um rund 1 Prozent zugelegt.

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