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Nachbarsstreit, der ins Geld geht

Stockwerkeigentum galt in der verbauten Schweiz lange als perfekte Alternative zum Eigenheim. Doch für viele wird daraus ein kostspieliger Albtraum.

Je tiefer die Zinsen, desto grösser die Versuchung, in Immobilien zu investieren. Doch Einfamilienhäuser werden immer teurer, das knappe Bauland sowieso. Da erscheint das Stockwerkeigentum als perfekte Alternative. Kein Wunder, hat diese Form des Eigentums in den letzten Jahren einen Boom erlebt. Mit der Nachfrage nach eigenen Wohnungen wächst aber auch das Konfliktpotenzial. Dabei geht es nicht nur um simple Fragen wie jene, wer im Sommer mit den Umgebungsarbeiten betraut wird, sondern um weitreichendere Entscheidungen. Denn je älter die Gebäude, desto häufiger werden Renovationen nötig, bis hin zu Totalsanierungen. Immer öfter kommt es darob zum Streit. Nicht nur, weil die Sanierungen gemeinsam beschlossen werden müssen. Sondern auch, weil die Kosten in die Hunderttausende gehen können.

In der Immobilienbranche ist dieses Problem unbestritten, und auch die Politik hat es erkannt. Zum Eingreifen konnte sie sich bis jetzt aber nicht durchringen. Zu dominant sind offenbar jene Kräfte, welche die Rechte der Eigentümer nicht einschränken wollen. Dass das Gesetz früher oder später revidiert werden muss, ist für viele Experten aber klar. Das Parlament setzt stattdessen auf Aufklärung und hofft, dass sich das Problem von alleine löst. Doch das wird kaum passieren, im Gegenteil: Je länger Renovationen hinausgeschoben werden, desto höher sind am Schluss die Kosten. Dasselbe gilt für energetische Sanierungen. Wenn alte und ineffiziente Heizsysteme nicht ­ersetzt werden, ist das nicht nur für die Bewohner schlecht, sondern auch für die Umwelt.

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