Nobelpreisträger Krugman lässt Tsipras fallen

Paul Krugman unterstützte stets die griechische Regierung im Kampf gegen den geforderten Sparkurs. Inzwischen denkt der amerikanische Nobelpreisträger aber anders über Athen.

Wechselt seine Meinung über die griechische Regierung: Paul Krugman am «Asian Finacial Forum» in Hong Kong.(20. Juanuar 2015)

Wechselt seine Meinung über die griechische Regierung: Paul Krugman am «Asian Finacial Forum» in Hong Kong.(20. Juanuar 2015) Bild: Bobby Yip/Reuters

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Wirtschafts-Nobelpreisträger Paul Krugman habe die Kompetenz der griechischen Regierung vielleicht überschätzt, gestand er einem Interview mit dem US-Fernsehsender CNN. Das Referendum gegen ein weiteres Spar- und Reformpaket habe die regierende Syriza-Partei angesetzt, ohne einen Plan B in der Tasche zu haben, falls die Finanzhilfen ausblieben.

«Sie haben erstaunlicherweise geglaubt, dass sie bessere Bedingungen verlangen können, ganz ohne einen Notfallplan in der Tasche zu haben», sagte Krugman. Mit dem dritten Hilfspaket habe sich Griechenland nun «deutlich schlechtere Bedingungen» eingehandelt. «Das ist natürlich ein Schock.»

Nobelpreisträger Paul Krugman im Interview mit «CNN».

Krugman kritisierte Sparmassnahmen

Krugman hatte in seinen Kolumnen in der «New York Times» immer wieder die von den meisten Euro-Staaten und den Kreditgebern geforderten Sparmassnahmen für Griechenland scharf kritisiert. Er argumentierte, dass eine radikale Sparpolitik eine rezessionsgeplagte Volkswirtschaft nicht gesunden, sondern noch tiefer in die Krise rutschen lasse.

Bei der Volksabstimmung am 5. Juli waren mehr als 60 Prozent der Griechen dem Aufruf ihrer Regierung gefolgt und votierten gegen ein mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF), der Europäischen Kommission und der Europäischen Zentralbank (EZB) ausgehandeltes Spar- und Reformprogramm. In der Folge stimmte die Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras im Gegenzug für ein weiteres Hilfspaket aber dennoch weitreichenden Steuererhöhungen, Privatisierungen und Sozialreformen zu. (slw/sda)

Erstellt: 20.07.2015, 11:04 Uhr

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