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Novartis legt im Streit mit Alcon-Aktionären Rechtsgutachten vor

Der Pharmakonzern Novartis sieht seine Position im Streit mit Aktionären seiner Tochtergesellschaft Alcon gestützt.

Ein Gutachten bestätigt laut Novartis, dass die Haltung und Handlungen des Aktionärsausschusses nicht Schweizer Recht entsprechen. Das Gutachten stütze die Position von Novartis vollumfänglich, wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag heisst. Novartis liefert sich seit Monaten einen öffentlichen Schlagabtausch mit dem unabhängigen Verwaltungsratsausschuss von Alcon (IDC). Das Basler Unternehmen besitzt seit 2008 ein Viertel am Augenmittelhersteller Alcon und die Option, weitere 52 Prozent von Nestlé zu übernehmen. Anfang 2010 löste Novartis die Option ein und machte gleichzeitig den übrigen Aktionären ein Angebot für ihre Titel. Der Pharmakonzern offeriert ihnen allerdings weniger, als er dem Nahrungsmittelkonzern für seine Aktien bezahlt hat. IDC verlangt eine Nachbesserung und gründete im vergangenen Juli eine US-Stiftung, um sich für einen Rechtsstreit zu rüsten. Gutachten von Peter Nobel Novartis bekräftigte am Donnerstag, dass es im Interesse der Anspruchsgruppen (Stakeholder) sei, die Eigentümerstruktur von Alcon zu vereinfachen. Das Gutachten des Zürcher Rechtsprofessors Peter Nobel stützt gemäss Communiqué eine Reihe von Punkten in der Argumentation des Unternehmens. Unter anderem sei der Einwand des IDC falsch, dass es nach Schweizer Recht die Einwilligung von IDC erfordere, die Fusion von Novartis und Alcon zu genehmigen. Der Verwaltungsrat müsse über Fusionen bestimmen, und bei diesem Entscheid bestehe kein Veto-Recht eines VR-Ausschusses. Auch ergebe sich für die von Novartis nominierten Verwaltungsräte wegen ihrer Ernennung durch den Mehrheitsaktionär kein Interessenskonflikt. Entsprechend komme Nobel zum Schluss, dass ein Alcon-Verwaltungsrat aus von Novartis eingesetzten Mitgliedern der Fusion mit dem Mehrheitsaktionär zustimmen könne und ein solcher Entscheid in Übereinstimmung mit der Schweizer Gesetzgebung sei. Mit dem Gutachten kontert Novartis eine Untersuchung, welche der IDC im Juni präsentiert hatte. Der Zürcher Rechtsprofessor Hans Caspar von der Crone war in seiner Analyse zu teilweise anderen Schlüssen als Peter Nobel gekommen. Experten erwarten Nachbesserung Analysten erwarten nach der nun vorliegenden Expertenmeinung zur Fusion, dass Novartis den Zusammenschluss vorantreibt. Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) geht dabei davon aus, dass Novartis den Minderheitsaktionären dennoch ein höheres Angebot unterbreiten wird, «um allein einen guten Willen und die Zufriedenheit mit dem bestehenden Management von Alcon auszudrücken». Der Aufkauf des Minderheitspaketes dürfte gemäss der ZKB noch im vierten Quartal über die Bühne gehen.

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