So viel Steuern bezahlt Cameron

Erst räumte er Fehler ein, nun liefert er Zahlen: Der britische Premierminister will sich durch Transparenz aus der Schusslinie nehmen.

Hat keine gute Woche hinter sich: Der britische Premierminister David Cameron (5. April 2016).

Hat keine gute Woche hinter sich: Der britische Premierminister David Cameron (5. April 2016). Bild: AFP

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Der durch die Panama Papers unter Druck geratene britische Premierminister David Cameron hat wie angekündigt die Daten seiner Steuererklärungen der vergangenen sechs Jahre veröffentlicht. Nach den von seinem Amtssitz am Sonntagmorgen im Internet publizierten Angaben zahlte Cameron 2014-2015 knapp 76'000 Pfund (rund 102'000 Franken) Steuern. Zugrunde lag ein zu versteuerndes Einkommen von gut 200'000 Pfund (rund 270'000 Franken). Die Zahlen für 2013-2014 lagen in der selben Grössenordnung.

Cameron war in die Schusslinie geraten, weil er erst nach tagelangem Zögern eingestanden hatte, Geld in einem Offshore-Trust seines Vaters angelegt zu haben. «Die Tatsachen sind folgende», sagte er am Samstag. «Ich habe Aktien eines Investmentfonds gekauft. Aktien, die wie alle anderen Arten von Aktien sind, und ich habe auf sie in der gleichen Weise Steuern bezahlt.» Weiter führte er aus: «Tatsächlich habe ich alle Aktien, die ich besass, verkauft, als ich Premierminister wurde.»

Nach seinen Angaben hatten er und seine Ehefrau die Anteile im April 1997 für 12'497 Pfund (rund 16'800 Franken) gekauft und im Januar 2010 für 31'500 Pfund (rund 42'400 Franken) verkauft.

Rücktritt gefordert

Am Samstag hatten am britischen Regierungssitz in der Downing Street hunderte Menschen gegen den Premierminister demonstriert und seinen Rücktritt gefordert. David Cameron räumte Fehler im Umgang mit der Affäre rund um die Panama Papers ein. «Das war keine gute Woche», gestand Cameron beim Parteitag seiner Konservativen in London ein. «Ich weiss, dass ich damit besser hätte umgehen müssen.»

Weder sein Büro noch «unbekannte Berater» könnten für die misslungene Reaktion auf die Enthüllungen der Panama Papers verantwortlich gemacht werden, sagte Cameron, sondern nur er selbst. Er habe seine Lektion gelernt.

(kko/sda)

Erstellt: 10.04.2016, 15:33 Uhr

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