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Jetzt spricht Putins Cellist

Sergei Roldugin erklärt in einem TV-Interview seine Verbindungen zu Offshorefirmen auf Panama.

Lukrative Freundschaft: Sergei Roldugin und Wladimir Putin auf einer Archivaufnahme.
Lukrative Freundschaft: Sergei Roldugin und Wladimir Putin auf einer Archivaufnahme.
Keystone
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Sergei Roldugin, der Cellist und Jugendfreund des russischen Präsidenten Wladimir Putin, hat eingeräumt, dass er über Offshorefirmen Anteile an russischen Unternehmen hält. Allerdings würden die Gewinne daraus fast ausschliesslich zur Förderung von Nachwuchsmusikern im Sankt Petersburger Haus der Musik eingesetzt, sagte er in einem Interview, das das russische Staatsfernsehen am Sonntagabend ausstrahlte.

«Ich habe angebettelt wen ich konnte, für dies und jenes, denn alles kostet Geld: Die Instrumente sind teuer, die Professoren sind teuer. Ich wollte, dass wir die besten Instrumente, die besten Professoren und die besten Räume haben für unsere russischen Musiker, das kostet wahnsinnige Summen!» Schliesslich hätte ihm die Mäzene dann einen kleinen Anteil am Geschäft angeboten, «um nicht mehr betteln zu müssen, sondern eigenes Geld zur Unterstützung der grossen russischen Kultur zur Verfügung zu haben».

So funktionieren die Offshoregeschäfte.

Roldugin rühme sich nicht damit, dass er mit Präsident Putin befreundet sei, verheimliche das aber auch nicht, heisst es in dem 19-minütigen Beitrag. Die beiden würden sich seit 1977 kennen; wie berichtet sei Roldugin auch Taufpate von Putins älterer Tochter Maria. «Wahrscheinlich trägt diese Freundschaft dazu bei, dass die Wirtschaft bereit ist, für die Unterstützung der russischen Kultur zu spenden.»

Ein vergleichbares Cello wie das Stradivari-Instrument im Fundus des Musikhauses habe heute einen Wert von mehr als elf Millionen Dollar. Aus den Unterlagen der Kanzlei Mossack Fonseca geht hervor, dass durch Briefkastenfirmen, die mit Roldugin verbunden sind, insgesamt etwa zwei Milliarden Dollar geschleust wurden. Theoretisch könnten damit 174 Cellos von vergleichbarem Wert gekauft werden.

Alle Milliarden sind hier

Wenn Journalisten ihn einen Hüter der Milliarden nennen, widerspreche er nicht, sagte Roldugin. «Alle Milliarden sind hier», erläutert der Reporter des Senders Westi. Dazu zeigt die Kamera den aufwändig restaurierten Palast eines Romanow-Abkömmlings, der heute als Haus der Musik in Petersburg dient.

Ende vergangener Woche hatte Putin bereits erklärt, Roldugin setze sein Geld für wohltätige Zwecke ein. Viele russische Künstler seien nebenbei wirtschaftlich tätig, sagte er im russischen Fernsehen. Soviel er wisse, gehöre auch sein Freund Sergei Pawlowitsch dazu: «Soviel ich weiss ist er Minderheitsaktionär in einer unserer Unternehmen und verdient dort ein bisschen Geld, natürlich nicht Milliarden, das ist Blödsinn.» Er sei stolz auf solche Leute und besonders auf seinen Freund, denn: «Fast alles, was er da verdient, gibt er dafür aus, Musikinstrumente im Ausland zu kaufen und sie nach Russland zu bringen.» Dort übergebe er sie staatlichen Einrichtungen.

«Stolz, dass ich solche Freunde habe!»

Schon viele Jahre setzte Roldugin sich dafür ein, die russische Kultur in der Welt bekannt zu machen, «und er bezahlt das alles praktisch aus seiner eigenen Tasche». Je mehr solche Menschen es gebe, desto besser: «Und ich bin stolz, dass ich solche Freunde habe!» Aus den Panama-Papieren geht hervor, dass Briefkastenfirmen, mit denen Roldugin in Verbindung steht, von russischen Banken hohe Kreditlinien ohne Sicherheiten eingeräumt bekamen, Kredite nicht zurückzahlen mussten und Entschädigungszahlungen für geplatze Aktiengeschäfte erhielten.

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