Whistleblower fürchtet offenbar um sein Leben

Der Chefredaktor der «Süddeutschen Zeitung» will seine Panama-Papers-Quelle um jeden Preis schützen. Dies sagte er in der Talksendung «Maybrit Illner».

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Die «Süddeutsche Zeitung» wird ihre Quelle für die sogenannten Panama Papers «nahezu um jeden Preis» schützen. Dies sei eine der Bedingungen für die Übergabe der Daten an sein Blatt gewesen, sagte «SZ»-Chefredaktor Wolfgang Krach am Donnerstag in der ZDF-Sendung «Maybrit Illner». Hinzu komme, dass die Quelle in den zurückliegenden Tagen signalisiert habe, sie befinde sich in Lebensgefahr.

Krach betonte, er habe Verständnis für Politiker-Forderungen nach Herausgabe der Daten. Die Grundlage von investigativem Journalismus bleibe aber der Quellenschutz. «Wenn wir aufhören, unsere Informanten zu schützen, dann ist das das Ende des investigativen Journalismus. Dann gibt es keine Panama Papers 2», begründete Krach die Weigerung, die Unterlagen an die deutschen Behörden zu übergeben.

Zögerlicher Kampf gegen Geldwäsche

Das internationale Recherchenetzwerk ICIJ hatte am Sonntag über mehr als 200'000 Briefkastenfirmen von Politikern und Prominenten berichtet, die von der panamaischen Finanzkanzlei Mossack Fonseca verwaltet werden oder wurden. Die Enthüllungen riefen weltweit Steuerfahnder auf den Plan.

Die Bundesregierung handelt nach Auffassung des Vizechefs des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), Sebastian Fiedler, zu zögerlich im Kampf gegen Geldwäsche. Die sogenannten Panama Papers offenbarten ausser neuen Gesichtern nichts Überraschendes, sagte Fiedler in der ZDF-Sendung. Die mit den Daten aufgedeckten Verschleierungsstrukturen seien seit Langem bekannt. «Alle Verantwortungsträger» hätten jahrzehntelang Gelegenheit gehabt, etwas dagegen zu tun. Geändert habe sich jedoch nichts.

Unternehmensstrafrecht gefordert

Deutschland sei noch immer ein «Hort der Geldwäsche», sagte der auf Wirtschaftskriminalität und Geldwäsche spezialisierte BDK-Vize. Immobilien etwa seien hierzulande ohne Nachweis der Herkunft des Geldes sehr leicht zu erwerben. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) agiere «wie ein Getriebener» und nur auf Druck von aussen. Dringend notwendig seien ein öffentliches und transparentes Unternehmensregister sowie ein Unternehmensstrafrecht.

(chi/AFP)

Erstellt: 08.04.2016, 04:51 Uhr

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