Fall Aluko: Behörden beschlagnahmen Dokumente

Die Genfer Staatsanwaltschaft hat Dokumente im Zusammenhang mit umstrittenen Verträgen für Ölrechte in Nigeria beschlagnahmt.

Kola Aluko umgibt sich gerne mit Promis, hier mit Schauspieler Jamie Foxx in New York. Bild: Illustration: Viviane Futterknecht, Bild: Daniel Zuchnik/WireImage

Kola Aluko umgibt sich gerne mit Promis, hier mit Schauspieler Jamie Foxx in New York. Bild: Illustration: Viviane Futterknecht, Bild: Daniel Zuchnik/WireImage

Autorin: Catherine Boss

Aufgrund eines Berichts in den Paradise Papers weitet die Genfer Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen gegen den Nigerianischen Öl-Magnaten Kola Aluko aus. Laut einer Medienmitteilung von Public Eye interessiert sich der zuständige Staatsanwalt für Verträge zwischen dem Genfer Rohstoffkonzern Vitol und einer nigerianischen Tochtergesellschaft des Unternehmens Seven Energy International in London. Jetzt gibt die Staatsanwaltschaft bekannt: In dieser Woche wurden in diesem Zusammenhang Dokumente beschlagnahmt. Um was es sich dabei handelt, und wo sie eingezogen wurden, sagt der Sprecher gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet nicht.

Als Kadermann von Seven Energy, sowie für eine zweite Firma, hatte Aluko 2010 mit dem nigerianischen Staat Öl-Verträge ausgehandelt, die für Nigeria höchst unvorteilhaft sind.

Seit 2015 ermitteln die US-Justiz, Anti-Korruptionseinheiten in Nigeria und Grossbritannien sowie die Genfer Staatsanwaltschaft gegen ihn. Die Ermittler werfen ihm vor, die Ölministerin damals bestochen zu haben. Laut einer Klage im US-Bundesstaat Texas sollen Aluko und Mitbeschuldigte für die ehemalige Ölministerin Immobilien im Wert von über 15 Millionen Franken gekauft haben.

Dank dem damals von Aluko mitunterzeichneten Vertrag hat Seven Energy auch heute noch das Recht, 55 Prozent des Öls aus drei Bohrgebieten weiterzuverkaufen. Verträge in den Paradise Papers zeigen, dass der Genfer Rohstoffkonzern Vitol jetzt in dieses Geschäft eingestiegen ist. Und dafür Seven Energy einen Kredit von 25 Millionen Dollar zusichert. Gegen Seven Energy sind keine Ermittlungen bekannt und Vitol hält fest, dass der Konzern keine Geschäfte mit korrupten Firmen mache. Aluko ist nicht mehr im Management von Seven Energy, hält aber noch Aktien.

Public Eye schreibt in einer Reaktion auf die Paradise Papers, die Enthüllungen liessen einen schonungslosen Blick auf die Geschäfte Schweizer Rohstoffkonzerne wie Glencore oder Vitol zu. Es zeige sich, dass die Unternehmen Korruptionsrisiken und mögliche Interessenkonflikte nicht scheuten. Deshalb brauche es eine spezielle Regulierung für diesen Sektor. Die Rohstoffbranche müsse per Gesetz gezwungen werden, ihre Geschäfte transparent zu dokumentieren und zu zeigen, dass sie strenge Sorgfaltspflichten einhalte.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 10.11.2017, 17:59 Uhr

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