Glencore zahlt Millionen an umstrittenen Minen-Dealer

Dan Gertler ist auf der US-Sanktionsliste wegen Korruption. Der Zuger Konzern bezahlt ihn trotzdem weiter – jetzt einfach in Euro.

Entweder Glencore bezahlt Gertler weiter, oder der Konzern riskiert seine Minen im Kongo zu verlieren. Video: Tamedia

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25 Millionen Euro erhält Dan Gertler noch dieses Jahr von Glencore. Und dies, obwohl ihn die USA nach den Paradise Papers Ende 2017 auf die Sanktionsliste setzten. Der Israeli habe Milliarden angehäuft mit «korrupten Minen- und Öl-Deals in der Demokratischen Republik Kongo», schrieb das US-Finanzministerium. «Gertler hat seine enge Freundschaft mit dem kongolesischen Präsidenten Joseph Kabila genutzt, um sich als Mittelsmann für den Verkauf von Minengeschäften zu positionieren.» Der Kongo habe so 1,36 Milliarden Dollar verloren.

Glencore hatte Gertler in zahlreichen Deals bis 2017 bereits Hunderte Millionen Dollar überwiesen. Die Paradise Papers zeigten, dass die Schweizer den Freund des Präsidenten im Kongo für sich verhandeln liessen und am Schluss deutlich billiger an Minen-Lizenzen kamen als Konkurrenten. Nach den Sanktionen versprach Glencore, jegliche Zahlungen an Gertler einzustellen, obwohl sie ihm weiterhin Geld schuldeten. Doch der Israeli klagte vor Gerichten in London und im Kongo, dem Standort der lukrativen Minen von Glencore.

Glencore darf keine US-Dollar und keine US-Banken verwenden, und in der gesamten Befehlskette darf kein US-Bürger beteiligt sein.

In den letzten Wochen standen die Zuger mit dem Rücken zur Wand. Es wurde zunehmend klar: Entweder sie bezahlen Gertler weiter, trotz den Sanktionen, oder sie riskierten ihre Minen im Kongo zu verlieren. Experten sagen, dass Gertler mit seinen Beziehungen im Kongo die milliardenteuren Lagerstätten vor Ort hätte beschlagnahmen können. Glencores Minen im Kongo produzieren Kupfer und Kobalt. Diese Rohstoffe werden künftig Milliarden wert sein, weil sie für die Herstellung von Batterien für Elektroautos entscheidend sind.

Heute morgen nun gab Glencore bekannt, dass sie Gertler in Euro bezahlen werden. «Wir haben diese Angelegenheit mit den relevanten Behörden in den USA und auch in der Schweiz besprochen», sagt ein Glencore-Sprecher auf Anfrage.

Um die Sanktionen zu umgehen, müssen die Zuger aber einen erheblichen Aufwand betreiben. Sie können keine US-Dollar verwenden und auch keine US-Banken. In der gesamten Befehlskette von Glencore für diese Zahlungsaufträge bis hinauf zum Chef darf kein US-Bürger beteiligt sein. Der Rohstoffriese hat Glück, dass sein CEO Ivan Glasenberg Südafrikaner ist: In einer Pressemitteilung schreibt Glencore, dass kein US-Personal in die Zahlung involviert sei. Die USA haben sich zu dem Vorgehen noch nicht geäussert. In der Schweiz und in der EU steht Gertler nicht auf der Sanktionsliste. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 15.06.2018, 10:27 Uhr

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